Katalog

 

Auktion: 131, Skulpturen der Sammlung Horn: Plastiken 15.-18. Jh.

564-    2

Los 1

Gefangennahme einer Heiligen (Martyrium der Hl. Barbara?), Oberlausitz, um 1440/50 Laubholz, geschnitzt, Reste alter Farbfassung. Auf Vorderansicht konzipierte Gruppe von drei Figuren. Die links stehende weibliche Figur mit Krone wird von einem Mann mit einem Schwert an der Hand gewaltsam ergriffen. Die dritte, rechts außen angeordnete männliche Figur wird nicht durch Attribute näher gekennzeichnet. Die Gestik ist nicht eindeutig bestimmbar - möglicherweise versucht er, das Geschehen zu verhindern, oder aber führte er den Soldaten zum Versteck der Heiligen. Die Figuren weisen noch Merkmale des ausgeklungenen Weichen Stils auf. Die Rückseite der Figurengruppe ist nur grob ausgearbeitet. Anobienlöcher, kleinere Fehlstellen (Schwertspitze, Zacken der Krone, Spitze der Kopfbedeckung der Mittelfigur). An der rechten Seite gibt es eine Bruchstelle, d. h. die Gruppe gehörte möglicherweise in einen Figurenzusammenhang. Brandstempel Stadtmuseum Meissen, Inv.-Nr. H 4 und von Etikett überklebte Inv.-Nr. "L 2(.)4/Museum Bautzen? Sowie Aufschrift "Kirche Schirgiswalde". H. 40,5 cm (ohne Sockelbrett) Provenienz: Ehemals Inventar Kirche Schirgiswalde, später Privatleih-gabe Stadtmuseum Bautzen, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 705/Ho 4 Capture of a female Saint, upper Lusatia, about 1440/50 Wooden carved group of three figures, remains of older polychromy. The reverse carved out roughly. Insect holes, minor losses at sword point and crown. Burnt stamp of town museum Meissen, inventory number of town museum Bautzen, inscription "church Schirgiswalde". H. 40,5 cm (without pedestal)

564- 2

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5.000 €
564-    3

Los 2

Auferstandener Christus, Oberlausitz/Böhmen, um 1410/20 Lindenholz, geschnitzt, alte Farbfassung, partiell übergangen. Vorder- und rückseitig voll ausgearbeitete Figur, auf Vorderansicht konzipiert. Leicht s-förmige Körperhaltung, die rechte Hand im Segensgestus erhoben. Die Linke hält den Kreuzstab. An den Hand- und Fußflächen sind die Kreuzigungsstigmata zu sehen. Das Tuchgewand wirft vor dem Leib vier Schüsselfalten und fällt seitlich in Faltenkaskaden herab. Laut Winzeler handelt es sich um die "imago ascensionis domini", die seit Ostersonntag zur Betrachtung und Meditation über das Wunder der Auferstehung auf dem Altar aufgestellt war und am Himmelfahrtstag in der Messe hochgezogen und durch das Himmelloch den Blicken der Gläubigen entzogen wurde. "In St. Marienstern wird ein Bild des Auferstandenen (.) an Himmelfahrt feierlich vom Altar genommen und durch die Kirche hinausgeführt. Dabei kommt heute eine neuzeitliche Figur zur Verwendung. Ein mittlalterlicher Vorgänger wurde um 1930 an Otto Horn verkauft." (Katalog St. Marienstern 1998) Im Sockelbereich auf der Rückseite Anobienschaden mit Ausbruchstellen. Farbfassung müsste gefestigt werden. Auf der Rückseite Riss. Brandstempel "Eigentum Stadtmuseum Meissen" sowie Inv.-Nr. Ho 5. H. 92 cm (mit Kreuzstab 100 cm) Provenienz: um 1930 von Otto Horn "nördlich von Kamenz", wohl im Kloster Marienstern, erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 760/Ho 5 Ausstellung: "Zeit und Ewigkeit", Kloster Marienstern 1998 Lit.: Hannig 1985, Abb. 8; Katalog St. Marienstern 1998, Kat. 2.40, S. 119f The risen Christ, upper Lusatia/Bohemia, probably from the cloister St. Marienstern, about 1410/20 Wooden figure, carved in the round, old polychromy, partially overpainted. Insect damage with minor losses at pedestal (reverse), with a crack at the reverse. H. 92 cm (100 cm)

564- 3

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6.000 €
564-    4

Los 3

König Melchior, Oberlausitz (Kamenz), um 1430 Laubholz, geschnitzt, Rückseite gehöhlt, alte Farbfassung, partiell übergangen. Stehende bärtige Figur mit s-förmig geschwungener Körperhaltung. In der angewinkelten rechten Hand bringt die Figur, die durch einen roten Mantel mit Hermelinkragen, ein Untergewand mit kostbarem Gürtel und die Krone als König gekennzeichnet wird, einen Kelch dar. Die Linke ist im Zeigegestus erhoben. Das Gesicht zeigt einen verzückten Ausdruck. Vermutlich ursprünglich zum Schrein eines Schnitzaltars in den Zusammenhang einer Anbetungsszene gehörig. Winzeler vermutet, dass die Figur aus St. Marienstern stammen könnte und dort zu einem Retabel in der Klosterkirche gehörte, wo ein Dreiköngigspatrozinium für 1512 belegt ist. Die Hl. Drei Könige wurden dort als Sterndeuter in Zusammenhang mit dem Klosternamen und der Gründungslegende besonders verehrt. Der Schnitzer ließ sich von der böhmischen Hofkunst beeinflussen. Rückseite Anobienlöcher. Am Hals umlaufender Riss, möglicherweise Kopf geklebt. Kleinere Ausbruchstellen an der Krone. Finger der linken Hand ergänzt. Sammlungsetikett, Inv.-Nr. H 6 Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 75,5 cm Provenienz: durch Otto Horn "nördlich von Kamenz erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 759/Ho 6 Ausstellung: "Zeit und Ewigkeit", Kloster Marienstern 1998 Lit.: Hannig 1985, Abb. Tafel 9; Katalog St. Marienstern 1998, Kat. 2.7, S. 88 Figure of King Melchior of the holy kings, upper Lusatia (Kamenz), abot 1430 Carved wooden figure, reverse hollowed out, old polychromy. Probably from the cloister St. Marienstern, from an altar piece. Insect holes at reverse, circulating crack at throat, probably neck glued. Smaller losses at crown. Finger of the left hand supplemented. Inventory mark of town museum Meissen and collection Horn. H. 75,5 cm

564- 4

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4.000 €
564-    5

Los 4

Figur einer Heiligen ("Heilige Katharina"), Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1430 Lindenholz, geschnitzt, Farbfassung. Auf Vorderansicht konzipierte Figur mit ungenau ausgeführter, flacher Rückseite. Auf hexagonaler Grundplatte stehende Heilige. Körperhaltung mit stark ausgeprägtem S-Schwung. Das mehrlagige Gewand bildet einen aufwendigen Faltenwurf, der seitlich der angewinkelten Arme in Kaskaden herabfällt. Da beide Hände fehlen und auch sonst keine Attribute beigegeben sind, ist die Bestimmung der Figur fraglich. Inv.-Nr. 7 H Brandstempel "Eigentum Stadtmuseum Meissen" H. 50 cm Provenienz: erworben von Otto Horn "nördlich von Kamenz", wohl Kloster Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 751/Ho 7 Figure of a female Saint (Saint Katharine), upper Lusatia/Bohemia, region of Cloister St. Marienstern, about 1430 Wooden carved figure, reverse flattend, polychromy. Both hands missing. Inventory mark of town museum Meissen and collection Horn. H. 50 cm

564- 5

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5.000 €
564-    6

Los 5

Heiliger Bischof, segnend, Oberlausitz/Böhmen, fr. 15. Jh. Laubholz, geschnitzt, Rückseite ausgehöhlt, Farbfassung. Auf Vorderansicht konzipierte Figur in leicht s-förmig geschwungener Haltung. Die Rechte ist im Segensgestus erhoben, die Linke hielt vermutl. ursprünglich einen Bischofsstab. Das mehrlagige Übergewand bildet vor dem Leib zwei Schüsselfalten und fällt seitlich in Faltenkaskaden herab. Das Gesicht zeigt einen ernsten Ausdruck mit nach oben gerichtetem Blick. Die Figur stammt vermutlich von einem dörflichen Altar. Am Sockel Ausbruchstelle, vor allem auf der Rückseite Anobienlöcher. Reste Sammlungsetikett, Inv.-Nr. 8 H Brandstempel "Eigentum Stadtmuseum Meissen" H. 47 cm. Provenienz: durch Otto Horn erworben "nördlich von Kamenz", wohl Kloster Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 773/Ho 8 Holy Bishop, upper Lusatia/Bohemia, early 15th ct. Wooden carved figure, reverse hollowed out, polychromy. Breakage at pedestal, insect holes mostly at reverse. Inventory mark of town museum Meissen and collection Horn. H. 47 cm

564- 6

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2.000 €
564-    7

Los 6

Hauptmann Longinus von einer Kreuzigungsgruppe, Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1430 Lindenholz, geschnitzt, Rückseite gehöhlt, alte Farbfassung. Stehende bärtige Figur, die Rechte im Zeigegestus erhoben. An seiner linken Seite steht ein Schild, welches von der linken Hand gehalten wird. Brustpanzer, Beinschienen, Gürtel und Schild kennzeichnen die Figur als (hochrangigen) Soldaten. Anobienlöcher, am Sockel kleinere, durch Anobien bedingte Ausbruchstellen, zwei Finger der rechten Hand best., Zeigefinger teilweise ergänzt, Sammlungsetikett, Inv.-Nr. 9 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 50 cm Provenienz: durch Otto Horn erworben "nördlich von Kamenz", wohl Kloster Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 698/Ho 9 Captain Longinus from a crucifixion group, upper Lusatia/Bohemia, region of cloister St. Marienstern, about 1430 Carved wooden figure, reverse hollowed out, old polychromy. Insect holes, minor losses at pedestal, two fingers of the right hand damaged, forefinger supplemented in pieces, inventory mark of town museum Meissen and collection Horn. H. 50 cm

564- 7

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3.500 €
564-    8

Los 7

Torso eines Gekreuzigten, sächsisch, vor 1400 Laubholz (Linde), geschnitzt. Rückseite unausgeführt. Reste alter Fassung. Korpus mit gekreuzten Beinen, ohne Arme. Lendentuch mit Faltenwurf im Bereich vor dem Körper und an der rechten Seite. Das Gesicht zeigt einen Ausdruck ergebenen Leidens. Besonders im Bereich des Kopfes und der Füße Schäden durch Anobienfraß, ganzflächig Anobienlöcher. An der linken Seite am Lendentuch Ausbruchstelle. Im Gesicht alte Rissbildung. Sammlungsetikett, Inv.-Nr. 13, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". H. 56 cm Provenienz: durch Otto Horn erworben im Dorf Bergen, Vogtland, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 761/Ho 13 Torso of the Crucified One, saxon, before 1400 Carved wooden figure, reverse flattened. Remains of old polychromy. Insect damage at head and feet, insect holes overall. Breakage at loin cloth. Inventory marks of town museum Meissen and collection Horn. H. 56 cm

564- 8

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2.500 €
564-    9

Los 8

Fragment einer Heiligen (Anna?), Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1500 Laubholz (Linde), geschnitzt, partiell alte Fassung, partiell nachgefasst. Bei dem Fragment handelte es sich vermutlich um eine Figur aus einem Schnitzretabel. Die Rückseite wurde durch Anobienfraß vollkommen zerstört. Die noch erhaltene Vorderseite mit dem Gesicht und der rechten Körperhälfte bis zur unteren Mantelfalte ist in jüngerer Zeit auf ein Nadelholzbrett montiert worden. Als Attribut ist ihr ein aufgeschlagenes Buch beigegeben. Zusammen mit dem Kopftuch entspricht das der Ikonographie der Hl. Anna, der Mutter Marias. Sammlungsetikett (unlesbar), Inv.-Nr. 19 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 67 cm (77 x 34,5 cm Brettgröße). Provenienz: durch Otto Horn erworben "Gegend nördlich Kamenz", wohl Kloster Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 828/Ho 19, dort geführt als Hl. Ottilie. Fragment of a female Saint (Anna?), upper Lusatia/Bohemia, region cloister St. Marienstern, about 1500 Carved wooden figure, remains of old polychromy, partially newly painted. Probably from a carved altar piece. Reverse totally destroyed by insects, front side mounted on a wooden panel in modern times. Inventory marks of town Museum Meissen and collection Horn. H. 67 cm (panel 77 x 34,4 cm)

564- 9

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800 €
564-   10

Los 9

Seitenflügel (rechts) eines Schnitzretabels, Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1520 Pendant zu Kat-Nr. 10. Nadelholzkasten mit späterer Farbfassung in Blau und Rot, durchbrochen gearbeitetes Maßwerk. In Bogenarkade halbplastische Schnitzfigur der Hl. Barbara mit Attributen Turm und Buch, alte Farbfassung. In Schulterhöhe ansetzender Goldgrund mit punziertem Nimbus und Rankenwerk. An der linken Seite des Kastens befinden sich zwei alte Scharniere. Es handelte sich also um den rechten Seitenflügel eines Flügelaltars, dessen Mittelschrein sich vermutlich nicht erhalten hat. Er stand in der Kirche von Dörgenhausen bei Hoyerswerda. Die Blickrichtung der Heiligen ist geradeaus. Den Aufzeichnungen von Otto Horn (Heft 1, im Besitz der Emma-und-Otto-Horn-Stiftung) ist zu entnehmen, dass sich auch die Außenseite des Altarflügels in seinem Besitz befand. Sie zeigte eine Darstellung der Anna Selbdritt. Horn erwarb beide Flügel (Ho 20 und 21) "nördlich von Kamenz". Winzeler stellt Bezüge zu plastischen Arbeiten einer nicht näher identifizierten Werkstatt in/für Kamenz her. (Manuskript 2014) Fehlstücke an Innenleiste des Rahmens, kleine Fehlstellen im Maßwerk. Anobienlöcher. Kleine Ausbruchstellen an Fußspitze und Buchecke. Restauriert 2002. Sammlungsetikett, Inv.-Nr. 21a Brandstempel des Stadtmuseums Meissen. 121 x 43,5 cm Provenienz: Kirche Dörgenhausen bei Hoyerswerda, erworben durch Otto Horn "nördlich Kamenz", wohl Kloster Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen (Inv.-Nr. 853/Ho 20/OH 21a) Lit.: Hentschel, Walter: Der spätgotische Hochaltar von St. Michael in Zeitz und seine Umarbeitung im Jahre 1520. In: Zeitschrift für Kunstwissenschaft, Berlin, V/1951, S. 83. Right wing of a carved altar piece, upper Lusatia/Bohemia, region of cloister St. Marienstern, about 1520 Wooden carved high-relief-figure of Saint Barbara on gold ground. Polychromy of the shrine lately refreshed. Minor losses at carved tracery, insect holes, small breakages at foot an egde of book. Restored 2002. Inventory marks of town museum Meissen and collection Horn.

564- 10

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3.500 €
564-   11

Los 10

Seitenflügel (links) eines Schnitzretabels, Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1520 Pendant zu Kat.-Nr. 9 mit Darstellung des Hl. Christophorus, gleicher Erwerbungszusammenhang. Der Heilige ist frontal dargestellt, neigt sich unter dem Gewicht des Christuskindes auf seiner rechten Schulter leicht nach links. Der Blick weist jedoch nach rechts. Die nicht mehr im Sammlungsbestand befindliche Außenseite des Flügels zeigte lt. Horn ebenfalls eine Christophorusdarstellung (Heft 1, Nr. 20b). Maßwerkbesatz des Bogenfeldes verloren, Hände des Christuskindes fehlen. Anobienlöcher. Stab wohl ergänzt. Restauriert 2002. Sammlungsetikett, Inv.-Nr. 21b Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" 120 x 45,5 cm Provenienz: erworben durch Otto Horn "nördlich Kamenz", wohl Kloster Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen (Inv.-Nr. Ho 21), 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 852/Ho 21 Left wing of a carved altar piece, upper Lusatia/Bohemia, region cloister St. Marienstern, about 1520 Companion piece to previous number, depicting Holy Christopher. Tracery of the shrine missing, hands of Infant Christ missing. Insect holes. Restored 2002. Inventory marks of town museum Meissen and colllection Horn.

564- 11

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3.500 €
564-   12

Los 11

Hl. Katharina, sächsisch, um 1515 Laubholz (Linde), halbplastisch geschnitzt, Rückseite flach, unausgearbeitet, partiell alte Fassung. Die auf Vorderansicht gearbeitete Figur zeigt in der Körperhaltung eine Andeutung eines Kontrapost. Sie trägt die Kleidung einer wohlhabenden Frau zu Beginn des 16. Jh.: einen pelzgefütterten Mantel über einem Kleid mit geschlitzten Puffärmeln. Das Haar ist geflochten und zu einer Hochsteckfrisur frisiert. Mit beiden Händen hält sie ein Schwert vor ihrer rechten Körperseite. Dieses ist als Attribut typisch für die Heilige Katharina von Alexandrien. Die qualitativ hochstehende Figur stellt ein Zeugnis sächsischer Renaissanceplastik dar. Während die Körperproportionen, insbesondere im Bereich des Oberkörpers und der Arme, eine gewisse Unsicherheit des Bildhauers verraten, ist die Gestaltung des Kopfes und des Gesichts im Dreiviertelprofil ausgesprochen meisterhaft und ausdrucksstark. Otto Horn schrieb sie, vermutlich auf Anregung Walter Hentschels, dem Meister des Altars von Dohna (Pirna), Gregor Hörcel, zu. (Heft 1, Nr. 24). Sucht man nach zeitgenössischen Vergleichen in der sächsischen Kunst, würde man den Zyklus der törichten Jungfrauen am Dom zu Freiberg in den Blick nehmen. Daneben gibt es eine stilistische Nähe zu den Altarfiguren der Kirche Ehrenfriedersdorf, die vom Meister H. W. um 1515/20 geschaffen wurden. Eine Figur, die heilige Dorothea im Museum für Kunsthandwerk Dresden Pillnitz, wurde von Jana Sevcikova, Nationalgalerie Prag, als Pendant desselben Altars identifiziert. Weitere Arbeiten des Meisters gibt es in Böhmen. Anobienlöcher und -fraßspuren, besonders im Bereich des Kopfabschlusses und der rechten Schulterpartie, Ergänzungen rechts und links unten (äußere Gewandfalten). Sammlungsetikett, Inv.-Nr. 24 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 105,5 cm. Provenienz: durch Otto Horn erworben im Dresdener Kunsthandel, 1945 Stadtmuseum Meissen (Inv.-Nr. 807/Ho 24), dort inventarisiert als Hl. Agnes bzw. Barbara, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv. 807/Ho 24 Saint Katherine, saxon, about 1515 Carved wooden figure, reverse flattened. Remains of old polychromy. Attributed to Gregor Hörcel, Master of the altarpiece of Dohna. Insect holes, Supplements in the outer parts of the garment folds. Inventory marks of town museum Meissen and collection Horn. H. 105,5 cm

564- 12

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3.500 €
564-   13

Los 12

Mondsichelmadonna, sächsisch/ostthüringisch, Ende 15. Jh./um 1500 Laubholz, geschnitzt, gehöhlt, alte Fassung. Stehende weibliche (Marien)figur auf Mondsichel. Auf Vorderansicht gearbeitet, der Blick wendet sich nach links oben. In den Notizen von Otto Horn findet sich eine Zuschreibung des Werkes zur "Schule von Saalfeld", womit vermutlich der Schöpfer des Hauptaltars der Johanniskirche von Saalfeld gemeint ist. Leider gibt Horn keinen Hinweis auf die Erwerbung der Madonna. Gesichtstypus und Gewandbehandlung der Figur weisen große Ähnlichkeit mit einer Figur der Hl. Appolonia im Bestand der Zisterzienserinnenabteil St. Marienstern (publ. Katalog Zeit & Ewigkeit, Nr. 26.5) sowie den Schreinskulpturen des Retabels aus Kittlitz (Bautzen, Stadtmuseum, Inv. L 1647) auf. Möglicherweise entstammt das Bildwerk den Werkstätten in oder um Altenburg. Es liegt obersächsischer Einfluss vor, der sich nach 1510 im ostthüringischen Raum ausbreitete. Beide Hände und das Jesuskind fehlen. Auf der Rückseite sowie im Boden wurden Ergänzungen in Nadelholz vorgenommen. Eingesetzter Keil im linken Brustbereich. Stärkere Anobienspuren im Sockelbereich. 1976 restauriert. Sammlungsnr. 27 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 87 cm Provenienz: unbekannt erworben durch Otto Horn, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 931/Ho 27 Lit.: Lammel, Gisold: Gotische Bildwerke in den Roten Spitzen zu Altenburg. In: Sächsische Heimatblätter 5/1975, S. 210. Mary Queen of Heaven, saxon, end of 15th ct. Carved wooden figure, reverse hollowed out, old polychromy. Attributed to "School of Saalfeld" (unsure). Both hands and Infant Christ missing, Supplements at reverse side and bottom. Insect holes mainly at pedestal. Restored 1976. Inventory marks of town museum Meissen and collection Horn. H. 87 cm

564- 13

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3.000 €
564-   14

Los 13

Figurengruppe Heilige Anna Selbdritt, Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1660 Laubholz, geschnitzt, Farbfassung. Auf achteckiger Sockelplatte thronende Hl. Anna mit dem Jesusknaben auf dem Schoß. Dessen Linke hält eine Taube, die Rechte greift nach oben in Richtung des Kopfes der Anna. Stehend, dem Jesusknaben zugewandt, die Figur der kindhaften Maria mit einem aufgeschlagenen Buch. Die Krone und das sternenübersäte Gewand weisen sie als spätere Himmelskönigin aus. Auf dem Sockel Aufschrift "Jesus Maria & Anna". Barock bewegte Figurengruppe mit reicher Gestik. Bestoßungen an den Fingern aller drei Figuren, linke Hand Annas fehlt sowie die Fußspitze des Jesuskindes. Sammlungsetikett, Inv.-Nr. 34a Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 26 cm Provenienz: erworben durch Otto Horn in Kloster Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 721/Ho 29 Group of figures: Saint Anna, Christ child and Maria, upper Lusatia/Bohemia, region Cloister St. Marienstern, about 1660 Carved wooden figures, polychromy. Inscribed at pedestal "Jesus Maria & Anna". Damages/breakages at fingers of all three figures, left hand of Anna missing. Inventory marks of town museum Meissen and collection Horn.

564- 14

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2.500 €
564-   15

Los 14

Votivtafel Christus und Maria, Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1650 Holz, geschnitzt, farbig gefasst. Das annähernd quadratische Täfelchen zeigt in halbplastischem Relief Christus im Typus des "Salvator mundi". Die Rechte ist segnend erhoben, die Linke hält den Globus. Auf der rechten Tafelhälfte ist die betende Maria dargestellt. Beide Figuren stellte der Schnitzer als Halbfiguren hinter eine Brüstung. Die Tafel ist mit einem zeitgenössischen Rahmen eingefasst. Die mit Kleisterpapier beklebte Rückseite trägt die mit Tinte geschriebene Inschrift "Dieses Bildlein gebe ich meiner herzliebsten Muhme (?) Catharina Ottilia zu ihrem geburztag 1651/1689/Cordula Frö(.)". Vereinzelt Anobienlöcher. Sammlungsetikett, Inv.-Nr. 30 H. 17,5 x 16,5 cm (Tafel), 20 x 19,5 cm (Außenmaß). Provenienz: durch Otto Horn erworben "Umgebung Kloster Marienstern", 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 722/Ho 30 Votive image with Christ and Mary, upper Lusatia/Bohemia, region Cloister St. Marienstern, about 1650 Wooden carved relief panel depicting Christ as "Salvator mundi" and Mary praying. Framed in the time of creation, inscribed and dated "1651/1689" at reverse. Insect holes in places. Inventory mark of Collection Horn. H. 17,5 x 16,5 cm (panel)

564- 15

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800 €
564-   16

Los 15

Figur eines Heiligen (Hl. Simon?), Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1660 Laubholz (Linde), geschnitzt, schadhafte alte Fassung. Auf quaderförmigem Sockel vollplastisch gearbeitete Figur in barocker Bewegtheit. Die rechte Hand ist erhoben, die Fingerstellung ist eine zeigende oder auch haltende. Die linke Hand fehlt. Die Figur hat das Gesicht eines älteren Mannes mit halblangem lockigen Haar und gelocktem Vollbart. Im Hinterkopf zwei eingesetzte Zapfen - vermutlich war hier ein Heiligenschein befestigt. Durch das Fehlen jeglicher Attribute ist die Identifizierung nicht sicher möglich. Die Bezeichnung als "Hl. Simon" stammt von Otto Horn selbst. Fehlstelle am linken Fuß im Bereich der Zehen, starker Anobienschaden am Sockel, dort Farbfassung großflächig abgeblättert. Inv.-Nr./Sammlungsnr. 31 Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". H. 31,5 cm Provenienz: erworben durch Otto Horn "Umgebung von Kloster Marienstern", 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 718/Ho 31 Figure of a Saint (Saint Simon?), upper Lusatia/Bohemia, region cloister St. Marienstern, about 1600 Wooden carved figure, carved in the round, remains of old polychromy. Heavy insect damage at pedestal, minor breakages at left foot (toes). Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 31,5 cm

564- 16

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700 €
564-   17

Los 16

Figurengruppe Anna und Maria, nordböhmischer Meister, um 1700 Lindenholz, alte Goldfassung (Vorderseite). Vollplastisch ausgeführte Gruppe von zwei Figuren in Unterlebensgröße auf Sockelbrett. Die betagte Mutter Anna geleitet die kindhafte Maria. Maria schreitet an der rechten Seite ihrer Mutter und hat ein Buch in der Hand. Die linke Hand reicht sie Anna und erhebt den Blick zu ihr hinauf. Der Blick Annas ist ernst und nach unten gerichtet, was darauf schließen lässt, dass die Gruppe für eine erhöhte Aufstellung konzipiert wurde. Auf der Vorderseite Rissbildung, Rückseite zahlreiche Anobienlöcher. Zeigefinger der Maria und Fingerkuppe der Anna fehlend. Nasenspitze (Anna) durch Plastolin (?) ergänzt. Fassung partiell gesichert. Sammlungsnr. 32 H. 135 cm Provenienz: von Otto Horn in Georgswalde/Jirikov erworben mit dem Vermerk, sie stamme aus der dortigen Schmiede, wo sie über der Tür gestanden habe, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 848/Ho 32 Group of two figures Anna and Mary, North Bohemia, about 1700 Carved wooden figure, carved in the round. From the smitty in Georgswalde/Jirikov. Lots of insect holes at the reverse side. At front side cracks. Forefinger of Mary is missing. Annas nosetip supplemented in Plastolin. Inventorymark of collection Horn.

564- 17

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10.000 €
564-   18

Los 17

Heilige Barbara, Oberlausitz, Umkreis Kloster Marienstern, um 1730 Holz, vollplastisch geschnitzt, gefasst. Stehende weibliche Figur auf quadratischem Sockel mit Flammleistenbesatz. Die Heilige ist in die Lektüre eines aufgeschlagenen Buches vertieft. An ihrer linken Seite steht ihr Attribut - ein runder Turm mit drei Fenstern. Auf dem Sockel bezeichnet "S. Barbara". Die Plastik bildet den Auftakt und gleichzeitig den künstlerischen Höhepunkt einer Gruppe von (16) barocken Heiligenstatuetten (Nr. Ho 35-51), die von Otto Horn von Bauern aus den Dörfern in der Nähe des Klosters Marienstern erworben wurden, und die der Sammler dem Meister der Verkündigungsgruppe in der katholische Pfarrkirche zu Radibor nahe Bautzen in der Oberlausitz bzw. dessen Werkstatt zuschrieb. Von Horn wurden die Plastiken unter der Bezeichnung "Meister der Radiborer Verkündigungsgruppe" subsummiert. Hannig vermutete einen über Böhmen in die Oberlausitz eingewanderten süddeutschen Meister, der sich dort nur vorübergehend aufhielt. Der Zusammenhang der Figuren ist zum Einen durch stilistische Übereinstimmungen, zum Anderen durch die gleichartige Sockelbezeichnung gegeben. Auch heute befindet sich in der Abtei noch ein umfangreicher Bestand von ähnlichen Figuren. Krone an der Rückseite min. ausgebrochen. Eine Flammleiste am Sockel fehlend. Sammlungsnr. 35 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". H. 30,5 cm. Provenienz: erworben Umgebung Kloster Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 713/Ho 35 Saint Barbara, upper Lusatia, region cloister St. Marienstern, about 1730 Wooden carved statuette, carved in the round, polchromy. Attributed to Master of the Annunciation in the church of Radibor. Belongs in a line with the 15 following statuettes from Marienstern. Minor losses at crown, inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 30,5 cm

564- 18

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2.100 €
564-   19

Los 18

Josef mit Jesuskind, Oberlausitz, Umkreis Kloster Marienstern, um 1730 Laubholz (Linde), vollplastisch geschnitzt, Farbfassung, runder gedrechselter Sockel. Barock bewegte Statuette des Heiligen, der auf beiden Händen das Jesuskind vor dem Körper trägt. Der Blick ist dem Kind zärtlich zugeneigt. Der Arm des halb aufrecht sitzenden Knaben ist um den Hals Josefs gelegt, sein Blick richtet sich auf den Betrachter. Otto Horn ordnete die Figur der Gruppe der Heiligenfiguren des Meisters der Radiborer Verkündigungsgruppe zu. Stilistisch, kompositorisch und größenmäßig weicht sie aber deutlich davon ab, sodass man einen anderen Urheber annehmen muss. Stärkere Parallelen weist das Bildwerk zu den von Georg Vater geschaffenen Figuren der Dreifaltigkeitssäule im Klosterhof zu Marienstern auf. Vgl. MagiriusWinzeler 1999, Abb. 77 S. 73. Unterarm des Jesuskindes fehlt, Goldfassung stark abblätternd trotz stellenweiser Sicherung. Sammlungsnr. 36 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 27 cm (inkl. Sockel). Provenienz: erworben Umgebung Kloster Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 703/Ho 36 Saint Joseph and Christ child, upper Lusatia, region cloister St. Marienstern, about 1730 Carved wooden figure, carved in the round, polychromy, round pedestal. Forearm of Christ child missing, gilding peeling off . Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 27 cm (including pedestal)

564- 19

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1.400 €
564-   20

Los 19

Maria, anbetend, Oberlausitz, Umkreis Kloster Marienstern, um 1730 Lindenholz, vollplastisch geschnitzt, Fassung abgelaugt. Auf unregelmäßigem felsigen Sockel ist die Muttergottes knieend in betender Haltung dargestellt. Ein um die Figur herumgelegtes wehendes Tuch mit reicher Faltenbildung verleiht der Komposition starke Dynamik. Der Kopf ist nach links gewendet. Ein aus dem Sockel herausstehender Zapfen im Bereich links vor der Marienfigur diente vermutlich der Befestigung des Jesuskindes, welches nun fehlt. Von Otto Horn dem "Meister der Radiborer Verkündigungsgruppe" zugeordnet. Sammlungsnr. 37 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 18 cm. Provenienz: erworben durch Otto Horn Umgebung Zisterzienserinnenabtei Marienstern, seit ca. 1949 Bestand Stadtmuseum Meissen, 1949 gestohlen während der Ausstellung "Ein Werk stellt aus", 1954 wiedergefunden, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 750/Ho 37 Adoring Mary, upper Lusatia, region cloister St. Marienstern, about 1730 Carved wooden figure, carved in the round, removed polychromy. Inventroy marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 18 cm

564- 20

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2.000 €
564-   21

Los 20

Josef mit Kind, Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1730 Laubholz, vollplastisch geschnitzt, Farbfassung. Zur Werkgruppe des Meisters der Radiborer Verkündigungsgruppe zugerechnet. Auf quadratischem, getrepptem Sockel stehende Figur des Josef mit langem lockigen Haar und schmalem Bart. Das kleinkindhafte Jesuskind schläft, vertrauensvoll an seine linke Schulter geschmiegt, und wird von der linken Hand am Gesäß gestützt. Die Rechte berührt den linken Fuß des Kindes und bildet ihm eine leichte Stütze. Auf dem Sockel bezeichnet "S. Ioseph". Fehlstelle im rechten Unterarm der Joseffigur. Sammlungsnr. 38 H, Sammlungsetikett, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" Konservierung 2008. H. 31 cm (inkl. Sockel) Provenienz: erworben durch Otto Horn Umgebung Zisterzienserinnenabtei Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr.714/Ho 38 Saint Joseph with Christ child, upper Lusatia/Bohemia, region of cloister St. Marienstern, about 1730 Carved wooden figure, carved in the round, polychromy. Inscribed "S. Joseph" at pedestal. Missing piece at right forearm of st. Joseph. Consolidated in 2008. Inventroy marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 31 cm

564- 21

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1.400 €
564-   22

Los 21

Josef mit Kind, Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1730 Laubholz, vollplastisch geschnitzt, stark beschädigte Farbfassung, auf neuer Sockelplatte. Zur Werkgruppe des Meisters der Radiborer Verkündigungsgruppe zugerechnet. Figur des Josef in dynamischer Körperdrehung. Die linke Hand mit dem Unterarm dient dem kleinkindhaften Jesusknaben als Sitz. Dessen Rechte greift hinauf zum bärtigen Kinn des Josef. Die Köpfe beider Figuren sind einander zugewandt. Rechter Unterarm und Hand der Joseffigur fehlend, Farbfassung partiell abgeblättert. Sammlungsnr. 39 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". H. 30 cm (31,5 cm inkl. Sockelplatte) Provenienz: durch Otto Horn erworben in der Umgebung der Zistersienserinnenabtei Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 702/Ho 39 Saint Joseph with Christ child, upper Lusatia/Bohemia, region cloister St. Marienstern, about 1730 Carved wooden figure, carved in the round, remains old polychromy. Pedestal renewed. Right forearm and hand of St. Joseph missing. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 30 cm (without pedestal)

564- 22

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1.000 €
564-   23

Los 22

Heiliger Johannes von Nepomuk mit Schrein, wohl Böhmen, um 1730 Laubholz (Linde), geschnitzt, Rückseite grob ausgearbeitet, Farbfassung. Auf dreiseitigem, gestuftem Sockel stehende Figur des Heiligen Kanonikers in klerikaler Tracht. Die Arme sind in ausladender Gestik geöffnet, wobei die linke Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger zur Seite zeigt. In der rechten Hand hielt die Figur ein Kruzifix, welches nun lose beigegeben ist. Das reich gefältelte Gewand ist in gegenläufigen Schwüngen bewegt und verleiht der Figur eine starke Dynamik. Die unausgeführte Rückseite lässt darauf schließen, dass die Statuette für die Aufstellung in einem Heiligenschrein konzipiert wurde. Figur und Schrein gehörten in der Sammlung Horn noch nicht zusammen, tragen sie doch unterschiedliche Sammlungsnummern (40/224c). Offenbar erfolgte die Zusammenstellung im Stadtmuseum Meissen. Im Verzeichnis Horn wird die Heiligenstatuette zwar im gleichen Erwerbungszusammenhang ("Dörfer der Umgebung des Klosters Marienstern") erwähnt, von der Werkgruppe des Radiborer Meisters aber ausdrücklich ausgenommen. Finger der linken Hand fehlen, Sockel wurmstichig und Ausbruchstelle rechte hintere Ecke. Im Sockelbereich Farbfassung abblätternd. Sammlungsnr. 40. Konservierung 2008. H. 22,5 cm (30 cm inkl. Sockel). Schrein Lindenholz, geschnitzt, gefasst, dreiseitig verglast. Gehäuse mit halbrundem Abschluss auf vier geschnitzten Rocaillenfüßen. Bekrönung durch Schnitzrocaillenaufsatz. Innen in der Nische schönes geschnitztes Rocaillenornament. Über die Herkunft bzw. Erwerbung des Schreins findet sich in den Aufzeichnungen des Sammlers keine Information. In den Schnitzornamenten geklebte Bruchstellen und fehlende Teile. Sammlungsnr. 224c H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". H. 64 cm, B. 32 cm, T. 18 cm Provenienz: Figur erworben durch Otto Horn Umgebung Kloster Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 870/871, Ho 40/1/2 Saint John in a shrine, probably Bohemia, about 1730 Carved wooden figure, reverse carved less detailed, polychromy. Fingers of left hand missing. Insect holes at pedestal, breakage at pedestal edge. Painting of pedestal peeling off. Consolidated in 2008. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 22,5 cm (without pedestal). Wooden carved shrine, polychromy. Decoration elements partially missing, in parts glued. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 64 cm

564- 23

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1.800 €
564-   24

Los 23

Heiliger Antonius von Padua mit Jesuskind, Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1730 Meister der Radiborer Verkündigungsgruppe. Laubholz, vollplastisch geschnitzt, Farbfassung in Resten vorhanden. Auf quadratischem, gestuften Sockel stehende männliche Figur in der Tracht der Franziskanermönche mit Tonsur. Der Blick ist geradeaus auf den Betrachter gerichtet. Die rechte Hand hielt möglicherweise ursprünglich ein Attribut, etwa die Lilie. Auf der linken Hand trägt er das Jesuskindlein, das in aufrecht sitzender Haltung dargestellt ist. Der Gottessohn hat den rechten Arm in den Nacken des Heiligen gelegt. Seine linke Hand formt einen Segensgestus. Auf dem Sockel bezeichnet "S. Antonius di Padua". An den Köpfen der beiden Figuren waren Nimben bzw. Strahlenkränze befestigt. Meister der Radiborer Verkündigungsgruppe. Finger der rechten Hand (Antonius) fehlen, Fassung konserviert. Sammlungsetikett mit Sammlungsnr. "41 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". H. 32,5 cm (inkl. Sockel) Provenienz: erworben durch Otto Horn Umgebung Kloster Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 715/Ho 41 Saint Anthony with Christ child, upper Lusatia/Bohemia, region of cloister St. Marienstern, about 1730 Carved wooden figure, carved in the round, remains of polychromy. Inscribed at pedestal "S. Antonius di Padua". Fingers of right hand of Anthony missing, consolidated polychromy. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 32,5 cm (including pedestal)

564- 24

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1.400 €
564-   25

Los 24

Heilige (Christina), Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1730 Meister der Radiborer Verkündigungsgruppe. Lindenholz, vollplastisch geschnitzt, alte Farbfassung. Auf quadratischer Plinthe stehende weibliche Figur von klassischer Eleganz, die rechte Hand zeigend oder haltend erhoben, die linke hängt nach unten. Das Fehlen von Attributen erschwert die Identifizierung der Heiligen. Um den linken Arm windet sich ein Bruchstück, wohl von einer Schlange. Dieses würde auf das Martyrium der Heiligen Christina von Bolsena hinweisen: sie wurde giftigen Schlangen ausgesetzt. Die Sockelbezeichnung lautet dementsprechend "S. Cristina". Meister der Radiborer Verkündigungsgruppe. Einige Finger der rechten Hand besch., linke Hand vermutl. ergänzt. Sammlungsetikett mit Nr. 42 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". H. 33 cm Literatur: Hannig 1985, Tafel 30. Provenienz: erworben durch Otto Horn in der Umgebung des Klosters Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 708/Ho 42, Ausstellung in der dortigen Kunstabteilung. Figure of a female Saint (Christina), upper Lusatia/Bohemia, region of cloister St. Marienstern, about 1730 Carved wooden figure, carved in the round, old polychromy. Inscribed at bottom "S. Cristina". Some fingers of the right hand damaged, left hand probably replaced. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 33 cm

564- 25

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1.400 €
564-   26

Los 25

Beweinung Christi durch Maria im Schrein, Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1730 Meister der Radiborer Verkündigungsgruppe. Laubholz, vollplastisch geschnitzt, gefasst. Sehr ungewöhnliche Darstellung mit aufrecht stehender Maria in exzessiver Trauergestik. Zu ihren Füßen im Halbkreis liegt der vom Kreuz abgenommene Jesus, stark verrenkt, auf dem Leichentuch am Boden. Eine kleine trauernde Engelsfigur vervollständigt die Gruppe. Im Gewölbe des Schreins geschnitzte Kartusche, Wolkenbänder und zwei Schwebeengel. H. (Beweinung) ca. 18 cm. Schreingehäuse Laubholz, geschnitzt, in Weiß und Gold gefasst. An drei Seiten verglaster Korpus mit gewölbtem Giebel und geschweiftem Sims auf Volutenfüßen. Geschnitzte Muschelwerksornamentik. Frontleisten ergänzt, nachgefasst, Quetschkugelfüßchen hinten links lose beigegeben. Rückwand Anobienlöcher, gerissen und gewölbt. Sammlungsnr. H 224b/43, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen", Sammlungsetikett Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 867/868 H. 55,5 cm Provenienz: erworben durch Otto Horn in der Umgebung des Klosters Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 867/Ho 43 Shrine with wooden carved Lamentation, upper Lusatia/Bohemia, region of cloister St., Marienstern, about 1730 Carved in the round, polychromy. Mourning Mary, body of the descented Christ laying in front of her, assisted by a griefing angel. H. 18 cm. Wooden carved shrine, painted in white and gold. Front strips replaced, insect holes and cracks at reverse. Inventroy marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 55,5 cm

564- 26

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1.000 €
564-   27

Los 26

Heilige Rosa, Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1730 Meister der Radiborer Verkündigungsgruppe. Laubholz, vollplastisch geschnitzt, Farbfassung. Auf quadratischem, gestuften Sockel stehende weibliche Heilige im Ordensgewand. Auf dem Kopf Dornenkrone. Die rechte Hand trägt das kleinkindhafte Jesuskind mit dem Globus. Auf dem Sockel bezeichnet "S. Rosa". Drei Finger der linken Hand der Heiligen besch. Sammlungsnr. 44 H, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 30,5 cm (inkl. Sockel) Provenienz: erworben durch Otto Horn in der Umgebung des Klosters Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 704/Ho 44 Saint Rose, upper Lusatia/Bohemia, region of cloister St. Marienstern, about 1730 Carved wooden figure, carved in the round, polychromy. Inscribed at pedestal "S. Rosa". Three fingers of left Hand damaged. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 30,5 cm (including pedestal)

564- 27

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700 €
564-   28

Los 27

Heiliger Nepomuk, Böhmen/Prag, Umkreis Kloster Marienstern (?), 1. H. 18. Jh. Laubholz, vollplastisch geschnitzt, gefasst. Sockel neu. Stehende Heiligenfigur im Ordensgewand mit Pelzstola, barocke Bewegtheit durch Drehung der Körperachse, Blickrichtung nach links (von der Figurseite aus). Im linken angewinkelten Arm ein Kruzifix. Von Horn dem Meister der Radiborer Verkündigungsgruppe zugeschrieben, spricht die Figur in ihrer starken Dynamik und Theatralik doch eine abweichende Sprache. Ihr Meister ist möglicherweise in einer Prager Werkstatt mit einem Bezug zum dortigen Hof zu suchen. Zwei Finger der linken und drei der rechten Hand best., min. Ausbruchstelle am Ärmelsaum rechts. Farbfassung wohl nicht orig. Sammlungsnr. 45, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". H. 39 cm (43,5 cm inkl. Sockel) Provenienz: erworben durch Otto Horn in der Umgebung des Klosters Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, Inv.-Nr. H 45, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 701/Ho 45 Saint Nepomuk, Bohemia/Prague, region of cloister St. Marienstern, 1st half 18th ct. Wooden figure, carved in the round, polychromy. Two fingers of the left hand and three of the right hand damaged, minor breakage at sleeve. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 39 cm (without pedestal)

564- 28

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1.400 €
564-   29

Los 28

Heilige Anna und Maria, Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1730 Meister der Radiborer Verkündigungsgruppe. Laubholz, vollplastisch geschnitzt, alte Farbfassung (fragmentarisch). Auf quadratischem, gestuften Sockel Figur der Mutter Marias in klassisch-höfischer Eleganz. Ausgeprägte Falten im Gesicht kennzeichnen sie als Frau im betagten Alter. Auf dem linken Arm sitzt die mädchenhafte Figur Marias, die in inniger Vertrautheit den Arm um den Hals ihrer Mutter geschlungen hat. Die Statuette ähnelt in der Durchbildung und Komposition sehr stark der Figur des Hl. Antonius, Kat-Nr. 23, sodass man davon ausgehen kann, dass sie von demselben Schnitzer stammt. Sockel bezeichnet "S. Anna". Sammlungsnr. 46 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". H. 28,8 cm, H. 32,5 cm inkl. Sockel. Provenienz: erworben durch Otto Horn in der Umgebung des Klosters Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 711/Ho 46 Saint Anna and Mary, upper Lusatia/Bohemia, region of cloister St. Marienstern, about 1730 Wooden figure, carved in the round, old polychromy. Inscribed at pedestal "S. Anna". Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 28,8 cm

564- 29

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600 €
564-   30

Los 29

Maria Immaculata, Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1730 Meister der Radiborer Verkündigungsgruppe. Laubholz, vollplastisch geschnitzt, Farbfassung. Die Figur entspricht ikonographisch dem Typus der Maria vom Siege: Maria, auf der Weltkugel stehend, das Jesuskind vor dem Oberkörper haltend. Sie beugt sich nach vorn, wo der Knabe die Paradiesesschlange mit dem Kreuzstab tötet. Schlange und Stab sind nicht erhalten. Kopf der Marienfigur von fremder Hand ergänzt/überschnitzt. Sammlungsnr. 47 Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". H. 38 cm (44,5 cm inkl. Sockel) Provenienz: erworben durch Otto Horn in der Umgebung des Klosters Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 707/Ho 47 (ständige Ausstellung) Immaculate Mary, upper Lusatia/Bohemia, region of cloister St. Marienstern, about 1730 Wooden figure, carved in the round, polychromy. Snake and stick missing, head of Mary replaced unsuitable. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 38 cm (without pedestal)

564- 30

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700 €
564-   31

Los 30

Heilige Nonne (Klara), Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1730 Meister der Radiborer Verkündigungsgruppe. Laubholz, vollplastisch geschnitzt, Farbfassung. Auf quadratischem, gestuften Sockel stehende weibliche Heilige im Ordensgewand der Klarissen. Die Arme leicht geöffnet, hielt sie vermutl. in den Händen Attribute (Monstranz/Äbtissinenstab/.). Auf dem Sockel bezeichnet "S. Clara". In Figur- und Gewandbehandlung sowie Gesichtsbildung verrät die Heiligenstatuette die gleiche Schnitzerhand wie die Figur der Heiligen Rosa, Kat.-Nr. 26. Vereinzelt Anobienlöcher, Zeigefinger der linken Hand best. Sammlungsnr. 48 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 32 cm (inkl. Sockel) Provenienz: erworben durch Otto Horn in der Umgebung des Klosters Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961 Albrechtsburg Meissen (Ausstellung), Inv.-Nr. 712/Ho 48 Holy nun, upper Lusatia/Bohemia, region of cloister St. Marienstern, about 1730 Wooden figure, carved in the round, polychromy. Inscribed at pedestal "S. Clara". Attributes missing. Insect holes in places, forefinger of left hand damaged. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen.

564- 31

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1.200 €
564-   32

Los 31

Heiliger Mönch (Malachias), Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1730 Meister der Radiborer Verkündigungsgruppe. Laubholz, vollplastisch geschnitzt, alte Farbfassung. Auf quadratischem, gestuftem Sockel stehender Heiliger im Bischofsornat. Die linke Hand hält ein geschlossenes Buch vor dem Oberkörper. Die Rechte könnte ein Attribut, etwa den Kreuzstab, gehalten haben. Ein im Kopf eingesetzter Zapfen diente der Befestigung eines Nimbus. Auf dem Sockel auf Etikett bezeichnet "S. Malachias". Restaurierung 1977. Rechte Hand lose beigegeben. Sammlungsnr. 49 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H.29,2 cm Provenienz: erworben durch Otto Horn in der Umgebung des Klosters Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen (Ausstellung), Inv.-Nr. 709/Ho 49 Holy monk (Malachias), upper Lusatia/Bohemia, region of cloister St. Marienstern, about 1730 Wooden figure, carved in the round, old polychromy. Inscribed "S. Malachias" at pedestal. Restored 1977. Right hand loose. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen.

564- 32

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1.300 €
564-   33

Los 32

Heiliger Mönch, Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster Marienstern, um 1730 Meister der Radiborer Verkündigung. Laubholz, vollplastisch geschnitzt, Goldfassung. Männliche Figur in Ordenstracht (Franziskaner). Die Körperhaltung ist stark bewegt und der Oberkörper nach links (figurseitig) geneigt. Die Arme sind angewinkelt, die Hände hielten vermutl. Attribute, die den Heiligen für den Betrachter eindeutig identifizierten. Das Gewand weist einen reichen Faltenwurf gegenläufiger Schwünge auf und verleiht der Figur im Zusammenspiel mit der Neigung der Körperachse eine exaltierte Dynamik, die von der Auffassung der übrigen Heiligenstatuette der Radiborer Gruppe etwas abweicht. Rechte Hand ab Mittelhand fehlend, ebenso Zeigerfinger der linken Hand. Sammlungsnr. 50 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen. H. 30,5 cm Provenienz: erworben durch Otto Horn in der Umgebung des Klosters Marienstern, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen (Ausstellung), Inv.-Nr. 710/Ho 50 Holy monk, upper Lusatia/Bohemia, region of cloister St. Marienstern, about 1730 Right hand damaged as well as forefinger of left hand. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 30,5 cm

564- 33

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1.700 €
564-   34

Los 33

Schnitzretabel, Oberlausitz, um 1520 Schrein Nadelholz, Mittelschrein mit zwei Seitenflügeln, Stukkierung, Bemalung. 4 Schnitzfiguren, Lindenholz, farbig gefasst. Außenseiten der Seitenflügel figürlich bemalt. Die beiden Figuren des Mittelschreins werden als Verkündigungsszene mit Maria und Verkündigungsengel gedeutet. Vermutlich befand sich zwischen beiden noch ein weiteres geschnitztes Element - die Lücken in der Hintergrundbemalung lassen darauf schließen. Die Heiligen werden von einem halbrunden Bogen überspannt, der üblicherweise mit Schnitzwerk verziert wurde. Auf den Innenseiten der Seitenflügel sind links der Heilige Johannes der Täufer, erkennbar am Fellgewand, sowie rechts ein männlicher Heiliger, von Otto Horn als Johannes der Evangelist gedeutet, zu sehen. Die Anordnung der beiden Johannes' in Gegenüberstellung bzw. in den Positionen links und rechts von Maria entspricht in der christlichen Kunst der typologischen Gegenüberstellung von Altem und Neuem Testament. Sie entwickelte sich seit dem 14. Jh. zu einem wiederkehrenden Typus. Die Außenseiten der Flügel zeigen in fragmentarisch erhaltener Bemalung Erzengel Michael als Seelenwäger und Teufelsbezwinger bzw. eine weibliche Heilige mit Buch, Lamm und Krone (Hl. Agnes) aus der Entstehungszeit sowie die nachträgliche Aufschriften "Nc. Scholze/Andenken, von Hrn. Kubitz, (.) in Hoyerswerda 1853". Stilistisch stehen die Schnitzfiguren in enger Beziehung zu zwei Altarfiguren im Stadtmuseum Bautzen (L. 1249, L 1250, publ. Schmidt, 1984, Tafel 39, 40), die vermutlich vom Altar der katholischen Kirche in Ralbitz stammen. Besonders auffällig ist die übereinstimmende Behandlung der Haarsträhnen der Maria und deren Gewandbehandlung mit dem geschnürten Mieder. Schmidt erkannte in den Bautzener Figuren Arbeiten einer Oberlausitzer Werkstatt mit abgeschwächten sächsischen Einflüssen (Schmidt 1984, S. 11). Der Altar wurde 1976 und 2009 restauriert. Untere Abschlussleisten und Sockelkasten des Schreins ersetzt, Farbfassung der Schnitzfiguren gefestigt. Sämtliche Figuren (außer Johannes Evang.) ohne Hände, orig. Scharniere. H. 134 cm, B. (geöffnet) ca. 202 cm Provenienz: von Otto Horn "nördlich von Kamenz" erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 905/Ho 51, 52, 53, 54, 55, 1976-91 ausgeliehen an HfBK Dresden, Restaurierungsabteilung Wooden carved altar piece, upper Lusatia, about 1520 Middleshrine and two wings, 4 carved figures, polychrome painted. In the middle Annunciation, on the side wings Saint John (Baptist) and Saint John evangelist. Back sides of wings with figrative painting: archangel Michael weighing Souls and female Saint, probably Saint Agnes. Inscribed and dated 1853. Restored 1976 and 2009. Hands of all Saints missing. 134 x 202 cm.

564- 34

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14.000 €
564-   35

Los 34

Ovalrelief Himmelfahrt Christi, sächsisch, um 1630 Teil von einem Epitaph aus der Kirche in Zeithain bei Riesa. Lindenholz, geschnitzt, Farbfassung. Ovalmedaillon mit Darstellung des entschwindenden Christus, von dem nur der Gewandsaum mit den Füßen auf Wolken stehend am oberen Rand zu sehen sind. In der unteren Hälfte acht Apostelfiguren in betender Haltung im Halbkreis am Fuße eines Berges gruppiert. Tafel gebrochen, (fehlendes) Mittelstück ergänzt und nachgeschnitzt, mit Leiste rückseitig fixiert. Anobienlöcher, Ausbruchstelle am Christusgewand. Sammlungsetikett, Sammlungsnr. 29a H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen", Etikett Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 768/Ho 58 H. 48 cm Provenienz: "aus der Kirche von Zeithain b. Riesa" (zusammen mit Stifterfiguren, Kat-Nr. 35 und 36), 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen (Ausstellung), Inv. 768/Ho 58 Relief Ascension of Christ, saxon, about 1630 Piece of an epitaph in the church Zeithain near Riesa. Wooden carved oval relief, polychromy. Panel broken in the middle part, in this area supplemented. Insect holes and minor breakage at garment of Christ. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 48 cm

564- 35

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800 €
564-   36

Los 35

Anbetender Stifter, sächsisch, um 1630 Stifterfigur vom Epitaph aus der Kirche in Zeithain bei Riesa. Lindenholz, vollplastisch geschnitzt, Farbfassung. Der Stifter, vermutlich ein sächsischer Adliger, wird in knieender Haltung mit zum Gebet erhobenen Händen dargestellt. Sein Blick ist nach oben gerichtet. Die Figur ist allansichtig und demzufolge zur freien Aufstellung vor dem Epitaph bestimmt. Die Rüstung kennzeichnet ihn als Kriegsherrn. Sammlungsnr. 29b H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 41 cm Provenienz: "aus der Kirche von Zeithain b. Riesa" (zusammen mit Relief, Kat-Nr. 34 und Stifterfiguren, Kat-Nr. 36), 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen (Ausstellung), Inv. 735/Ho 59. Statue of a donor in a knigths armour, saxon, about 1630 From an epitaph in the church Zeithain near Riesa. Wooden figure, carved in the round, polychromy. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 41 cm

564- 36

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800 €
564-   37

Los 36

Gruppe von betenden Ordensbrüdern und -schwestern, sächsisch, um 1630 Vom Epitaph aus der Kirche in Zeithain bei Riesa. Gruppe und 7 Einzelfiguren, Lindenholz, vollplastisch geschnitzt, Farbfassung. Sämtl. in knieender Haltung, stark vereinheitlicht wiedergegebene Figuren in gestaffelter Größe. Männergruppe auf der Rückseite nicht ausgearbeitet, eine Nonne mit unausgearbeiteter Seitenfläche. Weibliche Figuren teilweise min. Ausbruchstellen am Schleier, eine an der Schleppe ausgebrochen. Vereinzelt Anobienlöcher. Sammlungsnr. 29a-f, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 18,5-36 cm (Nonnen), H. 39,5 cm (Männer) Provenienz: "aus der Kirche von Zeithain b. Riesa" (zusammen mit Relief, Kat-Nr. 34 und Stifterfigur, Kat-Nr. 35), 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen (Ausstellung), Inv. 726, 752-758/Ho 60, 61a-g. Two groups of adoring nuns and monks, saxon, about 1630 From an epitaph in the church of Zeithain near Riesa. A group and seven single wooden figures, carved in the round, polychromy. Insect holes in places, partially minor losses at the garment. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 18,5-36 cm (nuns), 39,5 cm (male fig.)

564- 37

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600 €
564-   40

Los 37

Balthasar Permoser, 1651-1732, oder Umkreis, Zwei Faune, sächsisch, um 1700 Lindenholz, vollplastisch geschnitzt, Farb-/Goldfassung. Jeweils auf gestuftem Sockel stehende weibliche bzw. männliche kindliche Figur mit Bocksfüßen. Als Stütze dient ein Baumstumpf, der einmal mit einer Schnecke und einmal mit einem Frosch besetzt ist. Die Gesichter sind lebensvoll gestaltet und tragen den Ausdruck fröhlicher Schalkhaftigkeit. Die Körperachsen sind jeweils entgegengesetzt gedreht und die Hände weisen entgegen der Blickrichtung. Es handelt sich klar um Pendants. Vergoldung in Goldbronze grob nachretuschiert, Finger teils besch., teils in Masse (?) ergänzt. Ein Horn des männl. Fauns best. Sammlungsnr. 33a, b, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 41,5 cm (44 cm inkl. Sockel) bzw. 40,5 cm (43 cm inkl. Sockel) Provenienz: Ankauf durch Otto Horn in Dresden (vermutl. Dresdener Kunsthandel), 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 839/Ho 63 Balthasar Permoser, 1651-1732, or circle, A pair of fauns, about 1700 Two wooden figures, carved in the round, polychrome painted and gilt. Ormolu overpaint, some fingers damaged, some supplemented. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 41,5/40,5 cm (including pedestals)

564- 40

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8.000 €
564-   41

Los 38

Heiliger, Süddeutschland (Bodensee oder Chiemgau), um 1400 Lindenholz, geschnitzt, Rückseite gehöhlt, Farbfassung. Stehende männliche Figur mit bärtigem Gesicht und lockigem halblangem Haar. Körperachse s-förmig geschwungen, Unterarm angewinkelt. Hände und etwaige Attribute fehlen. Rückseite Anobienlöcher und Rissbildung. Ausbruchstelle am Sockel. Sammlungsetikett mit Sammlungsnr. 101 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 82 cm Provenienz: Sammlung Otto Horn, in der Horn'schen Dokumentation (Heft 2) ohne Ankaufsinformation, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen (Ausstellung), Inv. Br. 820/Ho 101 Male saint, south Germany (Lake Constance or Chiemsee), about 1400 Carved wooden figure, reverse hollowed out. Hands and attributes missing. Insect holes and crackings at reverse side, loss at pedestal. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 82 cm

564- 41

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5.000 €
564-   42

Los 39

Pietà, Rheinland oder Westfalen, um 1430 Kunststein, min. Reste von Farbfassung. Streng pyramidale Komposition der sitzenden Maria mit dem leblosen Christus in Diagonallage mit nach vorn gedrehtem Oberkörper. Ihre rechte Hand stützt den Kopf des Gottessohns, dessen leidvolles Gesicht mit geöffnetem Mund dem Betrachter zugewandt ist. Die Mimik Mariens ist trauervoll, ihr Blick ist zur Seite nach unten gerichtet. Mit der linken Hand ergreift sie die Hand ihres Sohnes und führt sie zu ihrem Herzen. Der Typus des Bildwerkes entspricht dem Vesperbild in Westfalen und Westdeutschland vor der Mitte des 15. Jh. Rückseite gehöhlt. Nase der Christusfigur best., rest. Sammlungsnr. 103 H geritzt "Meissen Stadtmuseum" H. 53 cm Provenienz: Sammlung Horn, in der Horn'schen Dokumentation (Heft 2) ohne Ankaufsinformation, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 729/Ho 103 Pietà, rhenish or Westphalia, about 1430 Stucco, little remains of polychromy. Reverse hollowed out, nose of Christ damaged and glued. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 53 cm

564- 42

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5.000 €
564-   43

Los 40

2 Apostelfiguren, Westfalen, 14. Jh. Sandstein. Vollplastisch, Rückenkerbe, Gesichter und Hände Farbfassung, Gewandsäume vergoldet. Oberfläche mit Zahneisen bearbeitet. Stehende männliche Figuren von ähnlicher Gesichtsbildung (Bart, gescheitelte halblange Frisur) und Gewandbehandlung. Durch das Buch, was in der linken bzw. rechten Hand getragen wird, werden sie als Apostel gekennzeichnet. Als weitere Attribute trägt eine Figur einen Pilgerstab, die andere ein Kreuz. Sie werden deshalb als Jakobus der Jüngere und Philippus gedeutet. Die stilistischen Übereinstimmungen lassen darauf schließen, dass beide Apostel in der gleichen Steinbildhauerwerkstatt geschaffen wurden. Die Herkunft und der bauplastische Zusammenhang, in den die Figuren zweifellos eingebunden waren, lassen sich aufgrund des Fehlens von Herkunftsangaben im Horn'schen Journal nicht mehr rekonstruieren. Ihre wissenschaftliche Untersuchung steht noch aus. Figur des Philippus vereinzelt Abschlagsstellen (Buch, Kreuz, Gewandfalte), Sammlungsnr. 105a, b H, eine Figur mit Sammlungsetikett (unlesbar), beide geritzt "Stadtmuseum Meissen". H. 43,5 cm Provenienz: Sammlung Horn, vor 1961 Stadtmuseum Meissen, ab 1961 Albrechtsburg Meissen (Ausstellung), Inv.-Nr. 835/836, Ho 104/105 Two apostle figures, Westphalia, 14th ct. Sandstone, carved in the round, back notch. Polychrome painting in faces and hands, garment seams gilt. Interpreted as Jakob the younger and Philippus the elder. Minor losses at Philippus figure. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen

564- 43

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5.600 €
564-   45

Los 41

Apostelfigur (Petrus), Ulmer Schule, um 1480 Pendant zu Kat-Nr. 42. Laubholz, geschnitzt, Rückseite gehöhlt. Farbfassung entfernt, Reste von Bemalung im Gesicht. Halbfigur auf dreiseitiger Sockelplatte, frontale Darstellung des Hl. mit aufgeschlagenem Buch, das er mit beiden Händen vor der linken Körperhälfte hält. Der Blick ist starr geradeaus gerichtet. Vor allem die Durchbildung des Gesichts mit der charakteristischen Faltenbildung um die Augen lassen an den plastischen Figurenschmuck des Ulmer Münsters aus der Syrlin-Werkstatt denken, auch wenn sie deren Lebendigkeit nicht erreicht. Einen direkten Vergleich kann man hingegen zur Mittelgruppe der Predella vom Hochaltar der Klosterkirche Blaubeuren ziehen, die seit der Publikation von Gertrud Otto zur Ulmer Plastik der Spätgotik als Arbeit aus der Werkstatt Gregor Erharts gilt. Übereinstimmungen finden sich in der breiten Kopfform mit der scharfschnittigen Charakterisierung von Einzelheiten sowie in der Kompaktheit der Figur Vgl. Otto 1927, Abb. 80, S. 81 Sammlungsnr. 106 H, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". H. 53 cm Provenienz: erworben durch Otto Horn von A. Löffler, Stuttgart (Privatsammlung?) ohne Jahresangabe, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 914/Ho 106. Figure of an apostle (Paul), School of Ulm, about 1480 Carved wooden figure, reverse hollowed out, former polychromy removed, remains of polychromy in the face. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 53 cm

564- 45

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3.500 €
564-   46

Los 42

Apostelfigur (Paulus), Ulmer Schule, ca. 1480 Pendant zu Kat-Nr. 41. Laubholz (Linde), geschnitzt, Rückseite gehöhlt, Farbfassung entfernt, im Gesicht Reste von Bemalung. Halbfigur auf dreiseitiger Sockelplatte. Streng frontale Darstellung mit starrer Blickrichtung geradeaus. In den Händen hält der Apostel eine Schriftrolle. Sammlungsnr. 107 H, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". H. 53 cm Provenienz: erworben durch Otto Horn von A. Löffler, Stuttgart (Privatsammlung?) ohne Jahresangabe, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen Inv.-Nr. 915, Ausstellung Sammetweberstube Figure of apostle (Paul), school of Ulm, about 1480 Carved wooden figure, reverse hollowed out, former polychromy removed, remains of polychromy in the face. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 53 cm

564- 46

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3.500 €
564-   47

Los 43

Johannes der Täufer, Ulm, Meister von Illerzell, um 1500 Lindenholz, geschnitzt, Rückseite und Kopf gehöhlt, Fassung entfernt, gebeizt. Vorderansichtig gearbeitete stehende Figur im härenen Gewand, das mit einem Strick geknotet ist. Darüber ein bis auf Kniehöhe geraffter Mantel mit aufwendig gearbeitetem Faltenwurf. Die nackten Beine sind naturalistisch von Adern durchzogen. Haar und Bart sind charakteristisch strähnig bis wellig durchgearbeitet. Das Gesicht zeigt Spuren von Entbehrung und einen ernst-traurigen Ausdruck. Die fehlende rechte Hand setzte am angewinkelten Unterarm an. Die Linke balanciert ein Buch mit einem darauf liegenden Lamm, dessen vordere Hälfte fehlt (Abbruchstelle). Die Kunsthistorikerin Gertrud Otto schrieb die Figur in ihrer Publikation zur Ulmer Plastik der Spätgotik (1927) dem Meister von Illerzell, einer schwäbischen Schnitzerwerkstatt unter dem Einfluss von Jörg Syrlin dem Jüngeren, zu. Insbesondere stellte sie Übereinstimmungen mit Altarfiguren im Diözesanmuseum zu Rottenburg a.N. fest. Im Sockelbereich Rissbildung, Zehen des rechten Fußes fehlen. Große Ausbruchstelle am Attribut der linken Hand (Lamm). Nasenspitze ergänzt. Sammlungsetikett mit Nr. 108 H, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 100 cm Provenienz: Sammlung Haßler, Stuttgart, Altertümersammlung Stuttgart (um 1927), Verkauf an Otto Horn vermutl. über Kunsthandel, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Ausstellung, Inv.-Nr. 822/Ho 108. Lit.: Otto 1927, S. 60 f, Abb. S. 58; Hannig 1985, S. 25 f, Abb. Tafel 14 Saint John the Baptist, Ulm, master of Illerzell, about 1500 Wooden carved figure, reverse hollowed out, former polychromy removed, stained. Right hand missing as well as head of the lamb. Cracks at pedestal, toes of the right foot are missing. Nosetip supplemented. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 100 cm

564- 47

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14.000 €
564-   48

Los 44

Pietà, fränkisch, um 1500/frühes 16. Jh. Laubholz (Linde), geschnitzt, Rückseite gehöhlt, Farbfassung. Streng pyramidale Komposition der Figuren von Maria und dem leblosen Christus nach der Kreuzabnahme. Die Gottesmutter ist erhöht sitzend dargestellt. An ihrem rechten angewinkelten Bein ruht der Oberkörper Christi, der sich in halbaufrecht sitzender Haltung mit nach vorn gedrehtem Oberkörper vor ihr befindet. Die rechte Hand Marias greift zur Schulter des Gottessohnes, ihre Linke hält seinen rechten Unterarm. Die Hände und Beine Christus' sind gekreuzt, wobei die Wundmale der Hände und die Seitenwunde dem Betrachter zur Schau gestellt werden. Jesus bildet eine Diagonale und ragt somit kaum aus der vom Mantel der Marienfigur gebildeten Dreiecksform heraus. Beispiele dieses speziellen Typus des Vesperbildes finden sich zu Beginn des 16. Jh. vorwiegend in Westdeutschland, insbesondere in Franken und Schwaben, z. B. in Reichenbach im Täle, Kreis Göppingen. Otto Horn selbst verglich die Plastik mit Schnitzfiguren des Altars in der Sakristei zu St. Michael in Hall unter Verweisung auf die Publikation "Niederschwäbische Plastik des ausgehenden Mittelalters" von Julius Baum, 1925, Tafel 64/65. Eine eingehende wissenschafliche Untersuchung der Pietà steht noch aus. Umfangreiche Restaurierung: Füße des Christus und weitere Teile ergänzt/nachgeschnitzt, Keile eingesetzt, Farbfassung mit auffallender Farbabweichung im Blau des Mantels. Sammlungsetikett und Sammlungsnr. 111 H, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 104,5 cm Provenienz: Sammlung Kommerzienrat Jacques Mühsam, Auktion Rudolf Lepkes Auktionshaus Berlin, 1926, Kat. Nr. 128, Abb. Tafel 11, hier bezeichnet "Pieta, Franken oder unter fränkischem Einfluss, Anf. 16. Jh.", ersteigert durch Otto Horn, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 817/Ho 111. Pietà, franconian, about 1500 Carved wooden figure, reverse hollowed out, polychromy. Extensively restored, in parts supplemented, partially overpainted. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 104,5 cm

564- 48

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20.000 €
564-   49

Los 45

Pietà, Westfalen oder Nordwestdeutschland, um 1490 Eichenholz, geschnitzt, Rückseite geglättet, Farbfassung. Dreieckskomposition: knieende Maria, den leblosen Christus in abgewinkelter Haltung vor sich haltend. Der Oberkörper ruht auf dem rechten Oberschenkel und wird durch die rechte Hand gestützt. Er ist dem Betrachter zugedreht. Der Unterleib wird durch den linken Oberschenkel der Gottesmutter abgestützt, die Beine sind angewinkelt und die Füße berühren den Boden. Christus wendet das Gesicht dem Betrachter zu und schaut ihn mit geöffneten Augen an. Sein rechter Arm hängt herunter, die linke Hand fehlt. Der Einordnung der Figur als "nordwestdeutsch", die vom Sammler im Journal notiert wurde, kann man durchaus folgen. Als Vergleichsstück möchte ich die Pieta in der Pfarrkirche St. Ludgerus in Alme im Sauerlandkreis nennen. Fassung überrestauriert, rechte untere Ecke wieder angesetzt. Sammlungsetikett mit Sammlungsnr. 112 H, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". H. 49 cm Provenienz: durch Otto Horn unbekannt erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 697/Ho 112 Pietà, Westphalia or Northern Germany, about 1490 Oakwood, carved, reverse flattened, polychromy refreshed. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 49 cm

564- 49

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10.000 €
564-   88

Los 46

Schmerzensmann, oberschwäbisch, um 1490 Lindenholz, plastisch geschnitzt, Rückseite gehöhlt, Farbfassung. Leicht unterlebensgroße Standfigur vom Typus des opfernden Schmerzensmannes: der auferstandene Christus ergießt das Blut aus der Seitenwunde in einen Kelch, der von einem Engel gehalten wird. Dabei beugt er sich mit dem Oberkörper leicht nach rechts. Die Christusfigur wird begleitet von vier kindlich verkleinerten Engelsfiguren. Vermutlich hielt der links stehende Engel einen Gegenstand, etwa ein Marterwerkzeug. Ganz vorn zwei knieende Engel, die einen in ein Tuch gewickelten Leichnam aus dem Grab heben. Ikonographisch ist die Szene als Hinweis auf die Auferstehung zu deuten. Der mit einem Mantelumhang und einem Lendentuch bekleidete Körper der Christusfigur ist naturalistisch durchgebildet. Das Gesicht spiegelt Sanftheit und Milde, aber auch Trauer wider. Als künstlerische Vorbilder für den Schmerzensmann nannte Peter Hannig den Ulmer Schmerzensmann von Hans Multscher und den Schmerzensmann aus dem Gesprenge des Blaubeurener Hochaltars von Michel Erhart, außerdem den Palmeselchristus aus Wettenhausen sowie die Kreuzigungsgruppen aus Scharenstetten und Wiblingen (Hannig 1985). Die assistierenden Engel stellen ein Zitat der von Hans Multscher geschaffenen Figuren für die Votivnische des Konrad Karg im Ulmer Münster dar. Der Schmerzensmann ist demnach in die Multscher- und Erhartnachfolge einzuordnen, ohne dass man bisher eine bestimmte Werkstatt benennen kann. Nach 1550 wurde das Bild des Schmerzensmannes sehr selten, da es von den Protestanten wegen seines Ablasscharakters abgelehnt und in der Gegenreformation durch andere Bilder ersetzt wurde. Es fehlen sämtliche Engelsflügel, der Kreuzstab (vermutl. von Jesus in der rechten Hand gehalten), die Hand des knienden Engels links sowie Kopf und Arm des knienden Engels rechts. Rechte Hand Christus' ergänzt. Ältere Restaurierung, Farbfassung gefestigt. Sammlungsetikett mit Sammlungsnr. 113 H, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 143 cm Provenienz: durch Otto Horn im Kunsthandel erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Ausstellung Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 846/Ho 113 Literatur: Hannig 1985, S. 24 f, Abb. Tafel 12. Christ with a crown of Thorns, upper Sabian, about 1490 Wooden carved figure, reverse hollowed out, with polychromy. Christ acompagnied by 4 angels. Follower of Multscher and Erhart. Angels wings are missing, as well as body parts of the angels, right hand of Christ supplemented. Restored, painting consolidated. H. 143 cm

564- 88

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14.000 €
564-   50

Los 47

Tafelschmuck mit Heiligem Sebastian und zwei Schützen, Süddeutschland/Österreich, um 1480 Lindenholz, geschnitzt, 3 vollplastische Schnitzfiguren. Fragmentarische Goldfassung und Reste von Inkarnat und brauner Farbe. Dreiarmiges Leuchtergestell mit vierpassförmigem Fuß mit gotischen Rippen. Zwei konkav gerippte Arme seitlich einer Mittelsäule. Tüllen wohl nachträglich durch achteckige Sockelplatten abgedeckt, aufgesteckt die Figuren des Heiligen Sebastian am Marterbaum (zentral), flankiert von zwei Bogenschützen. Der Körper des Heiligen war ursprünglich mit Pfeilen übersät, die sämtlich abgebrochen sind. Es ist zu vermuten, dass Leuchter und Figuren nicht als Ensemble konzipiert, sondern später (vielleicht im 19. Jh.) zusammengestellt wurden. Leuchtergestell am Schaft und am Arm gebrochen, geklebt. Anobienfraßspuren, eine Spitze des Fußes durch Anobienfraß zerstört. Obere Schafthälfte schwer durch Anobien beschädigt, in Teilen (Arme) ersetzt bzw. angesetzt. Figuren in der Substanz besser, es fehlen die rechte Hand des Schützen mit dem Kurzschwert sowie dessen Finger, die rechte Hand des Sebastian, die linke Hand des Schützen auf der rechten Seite, ein Stück des Oberschenkels, welches grob ersetzt wurde, sowie ein Stück des rechten Fußes der Figur. Restaurierung 1995. Auf der Fußunterseite Sammlungsetikett mit Sammlungsnr. 115 H, Sammlungsnr. 115 auf Sockelunterseite der Figuren. H. (Leuchter) 48 cm, H. gesamt 76 cm. Provenienz: von Otto Horn aus Privatbesitz erworben, davor Besitz der Schützengilde von Hallein bei Salzburg. 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen (Ausstellung), Inv.-Nr. 806/Ho 115 Candelabra with wooden carved figures of Saint Sebastian and two archers, Southern Germany/Austria, about 1480 Remains of polychromy and gilding. Composed to a gotic candelabra base. Shaft and arms broken and glued, insect holes and damage, partially replaced. Minor losses at figures. Restored 1995. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 48 cm (candelabra without figures)

564- 50

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3.800 €
564-   51

Los 48

Johannesschüssel, um 1500 Laubholz, gedrechselt, geschnitzt, Farbfassung. Tellerförmige Schale mit darinliegendem vollplastisch geschnitzten Haupt Johannes des Täufers. Das Antlitz zeigt gelöste Züge, die Augen sind geschlossen. Der Bildtypus der Johannesschüssel ist seit dem 13. Jh. nachweisbar. Er bezieht sich auf das Markusevangelium, 6, 21-28: König Herodes ließ Johannes auf Wunsch seiner Stieftochter Salome enthaupten und ihr sein Haupt auf einer Schüssel überreichen. Die Johannesschüssel erinnert an den Tod des Bußpredigers und hatte im mittelalterlichen geistlichen Schauspiel eine liturgische Funktion. Außerdem wurde sie als Votiv gegen Kopf- und Halskrankheiten verehrt und gestiftet. In Sachsen ist die Existenz und liturgische Verwendung von Johannesschüsseln lediglich für Kloster Marienstern und Wittichenau belegt. Nasenspitze rest. D. 33 cm Sammlungsnr. 117, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" Provenienz: durch Otto Horn unbekannt erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 812/Ho 117 Bowl with the head of Saint John the baptist, about 1500 (?) Wooden turned bowl, head carved in the round. Polychromy. Nosetip restored. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. D. 33 cm

564- 51

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3.500 €
564-   52

Los 49

Figur eines Heiligen Königs (?), Süddeutschland, 1. H. 15. Jh. Laubholz (Linde), vollplastisch geschnitzt, Farbfassung. Männliche Standfigur auf oktogonalem (Barock-)Sockel. Die Körperachse mit stark ausgeprägtem S-Schwung, der Blick geht nach rechts (figurseitig). In der rechten Hand hielt die Figur einen Gegenstand (vermutl. einen Kelch oder ein Salbengefäß), von dem das Oberteil fehlt. Zu Füßen des Mannes steht eine Armillarsphäre. Die Kopfbedeckung ist charakteristisch und entspricht in abgewandelter Form einer phrygischen Mütze. Otto Horn deutete die Figur als Heiliger Cosmas (Heft 2, Nr. 118), der in der christlichen Kunst zumeist gemeinsam mit seinem Bruder Damian als Arzt dargestellt wird. Die Armillarsphäre (sofern nicht eine Zutat der Barockzeit) kennzeichnet den Heiligen aber als Astronomen, weshalb ich die Deutung als Heiliger König vorschlage. Im handschriftlichen Journal des Sammlers findet sich weder ein Ankaufshinweis, noch eine kunsthistorische Einordung der Figur. Der Vermerk "Fälschung vielleicht unter Verwendung eines alten Torsos" zeigt, dass sich Horn in Bezug auf die Authentizität der Plastik nicht sicher war. Wie der Sammler zu dieser Einschätzung kam, ist nicht nachvollziehbar. Ich glaube, unmittelbare Parallelen zum Schaffen des Ulmer Meisters Hanns Sweicker zu sehen. Gemeinsam mit seinem Schwiegervater Meister Hartmann schuf er um 1420 Bildwerke an der äußeren Stirnwand der Vorhalle des Ulmer Münsters. Danach ist er für die Pröpste von Herrenchiemsee (damals Erzbistum Salzburg) tätig gewesen und schuf Bildwerke für die Stiftskirche auf Herrenchiemsee (ab 1430) sowie für die Stiftskirche in Seeon. Zu verweisen ist hier auf eine 1998 von Hans Ramisch publizierte Figur des Hl. Lambertus aus dem Hochaltarretabel von Seeon (Ulm und die Salzburger Plastik im 15. Jahrhundert, in: Kahsnitz/Volk 1998, Abb. 19, S. 37). Die Übereinstimmungen im Hinblick auf die Proportionen, Körperhaltung und Gewandbehandlung sind sehr augenfällig. Weitere heranzuziehende Arbeiten von Sweicker sind der Hl. Erasmus in der Filialkirche Bicheln und derselbe Heilige aus dem Retabel der Liebfrauenkapelle in Seeon. Sockel vermutl. in Barockzeit ergänzt, Farbfassung ohne charakteristische Grundierung. Sammlungsnr. 118 H, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 73,3 cm (inkl. Sockel) Provenienz: erworben durch Otto Horn (ohne Angaben), ab 1945 Bestand Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Bestand Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 734/Ho 118 Figure of a holy king, Southern Germany, 1st half of 15th ct. Wooden figure, carved in the round, polychromy. Pedestal supplemented (baroque). Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 73,3 cm (including pedestal)

564- 52

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6.000 €
564-   53

Los 50

Relief Judith mit dem Haupt des Holofernes, um 1530 oder 19. Jh. Nadelholztäfelung mit Rahmen und ovaler Füllung. Geschnitzte Reliefdarstellung Judiths als Ganzfigur mit gezogenem Schwert, den abgeschlagenen Kopf des Holofernes in der Hand haltend. Farbfassung. Während der Sammler das Relief um 1530 datierte (lt. Journal, Heft 2, Nr. 119), stellt es möglicherweise eine Arbeit des Historismus dar. Sammlungsetikett und Sammlungsnr. 119 H, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" 69 x 53,5 cm Provenienz: Sammlung Horn, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 769/Ho 119 Panel with carved relief of Judith with the head of Holofernes, probably 19th ct. With polychromy. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. 69 x 53,5 cm

564- 53

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3.000 €
564-   54

Los 51

Steinätzung Kurfürst August I. von Sachsen, dat. 1563 Platte Solnhofener Kalkstein, geätzt, poliert. Architektonischer Rahmen Nadelholz, weiß-gold gefasst. Darstellung des sächsischen Kurfürsten August I. in Rüstung, vor Kruzifix niederknieend und betend. In den zum Gebet gefalteten Händen hält der Herrscher eine Standarte mit dem sächsischen Wappen. Der obere Teil der Darstellung wird von einem gereimten sechszeiligen Text eingenommen: "Die Edle Rauth jetzt underm Staud/verborgen ligt. Das niemand sieht./Bald Blüen wirdt mit grosser ziert,/Und Herrligkeit Sambt grosser Freud./Dem lieben Gott zum ewigen Lob,/Dem Feindt zum Spot Die Rauth hat nit noth". Am unteren Rand die Devise "Pro Lege, Pro Grege". Die Darstellung wird überspannt von einem ornamentalen Bogen. In den oberen Ecken datiert "MDLXIII" (1563). In der rechten unteren Ecke Monogramm "CK" oder "GK". Das Monogramm vielleicht identisch mit dem Maler Christoph Kienning/Kinning aus Füssen. Dieser ist durch eine Horizontalsonnenuhr aus Solnhofener Stein, zeitweilig im Besitz Professor von Bassermann-Jordan, dokumentiert. Die Steinätzung der Uhr ist datiert 1582 und voll signiert "Christoff Kiening maeler v[on] fiessen Fec[it]". Er war Mitglied der Allgäuer Künstlerfamilie König/Kiening/Kinning, die von R. Poltzer 1929 in seinem Aufsatz "Die König (Kiening). Eine allgäuer Künstlerfamilie des 16. Jh., veröffentlicht in der Zeitschrift "Das schwäbische Museum", gewürdigt wurde. Vor allem Isaac Kiening von Isny (ca. 1565-1577) gehört zu den Hauptvertretern der Ätzkunst auf Solnhofener Stein. Das Kruzifix-Motiv taucht auf einer geätzten Tischplatte von 1568 im Schloss Achstetten sowie auf einer geätzten Grabtafel des Freiherrn Christoff zu Falkenstein aus demselben Jahr in der Kirche zu Betenbrunn auf. Beides sind signierte Arbeiten Isaac Kienings. Im Giebelaufsatz des Rahmens geätzte Darstellung des Wappens von Kursachsen mit Jahreszahl "1563". Darstellung und Text der Platte beziehen sich vermutlich auf den Übergang des Titels "von Sachsen" und der damit verbundenen Kurwürde auf die Wettiner, der sich allerdings schon unter dem Vorgänger des Dargestellten, Moritz von Sachsen, vollzog. Mit der "edlen Rauth" ist die heraldische Raute im sächsischen Wappen gemeint. Die Technik der Steinätzung ist ein Charakteristikum der Renaissancekunst, welches sich im 16. Jh. in Mittelfranken entwickelte. Hier, in der Gegend um Solnhofen, gibt es umfassende Kalksteinlagerstätten. Unter Anwendung von Salpetersäure ätzte der Künstler/Handwerker grafisch wirkende Darstellungen, Texte oder auch Noten in die Steinplatte. Handwerklich ähnelt das Verfahren dem der Harnischätzung. So verwahrt die Rüstkammer der Staatlichen Kunstsammlungen zu Dresden einen Trabharnisch (Inv. M 97) des Plattners Peter von Speyer aus Annaberg, der von Kurfürst August 1547 in der Schlacht bei Mühlberg getragen wurde. Der Bruststreifen zeigt das vierteilige herzoglich sächsische Wappen, das rechte Brustfeld die Darstellung eines knieenden Ritters, die dem Motiv auf der Kalksteinplatte bis ins Detail hinein gleicht. Vereinzelt fanden derartige Kunstwerke den Weg in die fürstlichen Kunstkammern, so auf Schloss Ambras, in die Kunst- und Wunderkammer auf der Burg Trausnitz in Landshut oder auch in Form einer Sonnenuhr in den Mathematisch-Physikalischen Salon in Dresden. Rahmen mit geschnitzter Roll- und Beschlagwerksornamentik. Rechte untere Ecke (Säulenbasis) Fehlstelle. Kalksteinplatte mit Wappendarstellung im Giebelfeld gebrochen. 40 x 28 cm (sichtbare Platte im Rahmenausschnitt), Rahmenaußenmaß 85 x 56,5 cm Provenienz: Schloss Siebeneichen bei Meissen, durch Otto Horn erworben, 1945 Bestand Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv. Nr. 845/ Ho 120 Lit.: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler in Sachsen, bearb. von Gurlitt, 41. Heft, 1923, S. 474 Stone etching depicting elector August of Saxony, dated 1563 Limestone from Solnhofen, wooden architectural frame painted white-gold. In the pediment coat-of-arms of Saxony. Monogram "CK/GK" in lower right corner. Pediment plate broken. 85 x 56,5 cm (size of frame)

564- 54

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2.500 €
564-   55

Los 52

Schlafender Paulus, mittelrheinisch, um 1430 Ton mit Spuren alter Bemalung. Figur des Apostels mit dem Schwert, diagonal auf einen scharfkantigen Felsen hingelagert. Die Beine sind verschränkt. Die rechte Hand hält das parallel vor dem Körper liegende Schwert. Der Kopf ruht auf dem angewinkelten linken Arm. Alle Teile fügen sich in die sehr geschlossene Außenkontur ein, die der Form eines rechtwinkligen Dreiecks entspricht. In ihrer kompositorischen Geschlossenheit und Kompaktheit wirkt die Plastik geradezu modern. Die Rückseite und die rechte Seitenfläche sind nicht ausgearbeitet. Offensichtlich war die Tonplastik in einen figürlichen Zusammenhang - wohl eine Ölbergszene - eingebettet. Zeigefinger der linken Hand best., min. Restaurierung am großen Zeh sowie am Schwertknauf. Horn'sche Sammlungsnr. 104. H. 30 cm, Br. 36,5 cm Provenienz: Sammlung Schweitzer, 1918 Versteigerung durch Cassirer-Helbing, Kat. Nr. 79a, Sammlung Hugo Benario, Versteigerung 1927 (5. April) Rudolf Lepke's Kunst-Auctions-Haus Berlin, Nr. 66 (als Apostel Petrus), Zuschlag 1750 Mark, Um 1930 durch Otto Horn im Dresdener Kunsthandel erworben (Heft 2, Nr. 104). 1945 Bestand Stadtmuseum Meissen (als "Schlafender Petrus"), 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 834/Ho 122 Sleeping apostle Paul, middle rhenanian, about 1430 Clay with remains of old polychromy. Presumably part of a Mount of Olives group. Forefinger of left hand damaged, minor restoration at toe and sword handle. Inventory mark of collection Horn. H. 30 cm

564- 55

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2.000 €
564-   56

Los 53

Verkündigungsszene, süddeutsch/Italien, 16. Jh. Relief in Lindenholz, halbplastisch geschnitzt, Farbfassung, Rahmen später. Rechteckige Tafel, in der mittleren räumlichen Ebene Andeutung eines zentralperspektivischen Raumes/Bodens, in der linken Hälfte Architektur. Links die Figur der Maria, vor einem Lesepult mit einem aufgeschlagenen Buch kniend. Rechts, Maria gegenüber, auf einer Wolke knieender Engel. Zwischen beiden Figuren Taube des Hl. Geistes in einer auf Maria ausgerichteten Strahlenaureole und Schriftband mit Aufschrift "Ave Maria Gratia Pl(ena)". Otto Horn war, wie man dem Journal, Heft 2 unter Nr. 123, entnehmen kann, in der Datierung des Reliefs unsicher. Die Erstdatierung auf 1660/80 korrigierte er später auf 1630. Auch diese Datierung erscheint relativ spät - handelt es sich doch um eine reines Renaissancebildwerk. Dafür spricht die streng zentralperspektivische Auffassung des Bildmittelgrundes und die statische Komposition, bei der die beiden Figuren die Form eines Dreiecks bilden. Farbfassung im Bereich der Figuren schadhaft/Abblätterungen, rechte Hand der Maria fehlt. Finger der rechten Hand des Engels teilweise best., das Heroldattribut desselben, vermutl. das Ende des Schriftbandes, fehlt. Sammlungsetikett mit Nr. 123 H, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". 51,5 x 110,5 cm (Außenmaße Rahmen) Provenienz: Sammlung Otto Horn (Heft 2, Nr. 123), 1945 Bestand Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 850/Ho 123 Annunciation scene, Southern Germany/Italy, 16th ct. Wooden carved relief figures of Mary, angel of the Annunciation and dove at panel, with polychromy. Paint peeling off in places, right hand of Mary is missing. Minor damage at right hand fingers of the angel. End of banderole missing. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. 51,5 x 110,5 cm

564- 56

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7.000 €
564-   57

Los 54

Heilige Katharina, Niederbayern, um 1650 Lindenholz, geschnitzt, Rückseite gehöhlt, Farbfassung/Goldfassung. Sitzende Heilige auf Wolkensockel. Zu ihren Füßen Segment eines gezahnten Rades. Die Arme sind erhoben und vor dem Körper ausgebreitet. In der rechten Hand hielt sie ein Schwert, welches heute fehlt. Ihr Kopf ist gesenkt und der Blick richtet sich nach unten, was auf einen erhöhten Standort der Figur im Rahmen einer barocken Kirchenausstattung schließen lässt. Farbfassung im Gewandbereich stark abgeblättert, gefestigt. 4 Finger der rechten und 2 Finger der linken Hand besch., Ringfinger der linken Hand ergänzt. Arme nicht ganz passend angesetzt. Auf der Rückseite vermehrt Anobienlöcher, geklammerter Riss oben. Sammlungsnr. 124 H, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". Restaurierung 1976. H. 74 cm Provenienz: durch Otto Horn erworben in der Gegend von Tannau (Bodenseeregion, vermutl. Privatbesitz), 1945 Bestand Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 843/Ho 124 Saint Catherine, Lower Bavaria, about 1650 Carved wooden figure, reverse hollowed out, with polychromy/gilding. Sword attribute missing. Consolidated polychromy. Several fingers of both hands damaged. Insect holes especially at reverse. Crack at back side stapled. Restored 1976. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen, H. 74 cm

564- 57

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4.000 €
564-   58

Los 55

Franz Ignaz Günther, 1725-1775, oder nach Weibliche Heiligenfigur (Magdalena), um 1760 Laubholz (Linde), vollplastisch geschnitzt, gefasst. In Drehbewegung begriffene Figur mit nach außen gestelltem rechten Bein und in dieselbe Richtung gedrehtem Oberkörper. Der Kopf dreht sich zur entgegengesetzten Richtung. Die Arme vollführen eine ausschwingende Geste, die von den Ärmelvolants unterstrichen wird. Die fliegenden Falten des Rockes und der Ärmel verleihen der Figur eine ausgesprochene Dynamik. Die Kleinplastik bezieht sich unmittelbar auf die Weibliche Heiligenfigur von Ignaz Günther aus dem Jahr 1755, heute im Museum Starnberger See, die als ein Hauptwerk der Frühzeit des Münchener Hofbildhauers angesehen wird. Zur annähernd lebensgroßen Starnberger Heiligen sind zwei Vorstudien (Bozetti) überliefert. Einer davon befindet sich im Bayerischen Nationalmuseum in München (Inv.-Nr. H 724). Der andere, ungefasste Bozetto gilt als verschollen (vgl. G. Woeckel: Ignaz Günther. Die Handzeichnungen des kurfürstlich bayerischen Hofbildhauers Franz Ignaz Günther. Ulm 1975, Abb. 415.). Im Vergleich des Münchener Bozettos mit der vorliegenden Figur überwiegen die Übereinstimmungen: Haltung, Faltenwurf etc. gleichen sich völlig. Abweichungen zeigen sich in der Behandlung der Haare (Haarsträhne über die linke Schulter nach vorn gelegt) sowie in der feineren Ausarbeitung von Details. Entgegen dem Münchener und dem verschollenen Bozetto aus der Sammlung Kühlmann Berlin hat die vorliegende Figur keinen Entwurfscharakter, sondern den Status einer voll ausgeführten Kleinplastik. Beide Unterarme fehlen, am Sockel eingesetztes Stück. Rückseite nur skizzenhaft ausgeführt. Sammlungsnr. 126, Brandstempel "Bestand des Stadtmuseums Meissen". Ausstellung: Albrechtsburg Meissen 1985, Kat. 23 H. 26,5 cm Lit.: Hannig 1985, Tafel Nr. 23. Zum Münchener Bozetto: Volk 1991, S. 48; Zum Bozetto ehemals Sammlung von Kühlmann siehe: Woeckel 1975, Abb. 415. Provenienz: von Otto Horn unbekannt erworben (als "Maria von einer Verkündigung", Heft 2, Nr. 126), 1945 Bestand Stadtmuseum Meissen (Inv.-Nr. Ho 126), 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 719/Ho 126. Franz Ignaz Günther, 1725-1775, after Female Saint (Magdalena), about 1760 Wooden figure, carved in the round. With polychromy. Copy or Repetition of a statue by Ignaz Günther, dated 1755, in the Museum Starnberger See. There are two other known bozzettos with the same depiction. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 26,5 cm

564- 58

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2.200 €
564-   59

Los 56

Der verlorene Sohn, Süddeutschland, um 1760 Kleinplastik, Lindenholz, vollplastisch geschnitzt, Farbfassung. Auf Wiesensockel knieende männliche Figur vor einem Trog, aus dem zwei Schweine fressen. Die Figur hat die Hände zum Gebet gefaltet und blickt nach schräg oben. Kleidung und Schuhe sind voller Löcher. Kopf des hinteren Schweins fehlt, vorderes Schwein am linken Ohr best. Farbfassung partiell abblätternd, teilweise Retuschen. Sammlungsetikett mit Nr. 127, Brandstempel "Bestand des Stadtmuseums Meissen" H. 25 cm Provenienz: von Otto Horn unbekannt erworben, 1945 Bestand Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 731/Ho 127 Statuette of the lost son, Southern Germany, about 1700 Wooden figure, carved in the round, with polychromy. Losses at assisting animals, peeling off paint in places, partial retouchings. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 25 cm

564- 59

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2.200 €
564-   60

Los 57

Gottvater im Dreipass, wohl 19. Jh. Eiche, halbplastisch geschnitzt. Vermutl. Fragment (oberer Abschluss) von einem Kruzifix. Im Dreipass unteransichtige Darstellung Gottvaters in Halbfigur, in einer Wolke. Auf seiner linken Hand sitzt eine Taube. Unter der Figur Schriftband mit Schnitzbezeichnung "I.N.R.I.". Auf der Rückseite Ausbruchstelle, Etikett Albrechtsburg Meissen mit Inv.-Nr. 861/Ho 128. H. 22,5 cm. Im Journal Otto Horns (Heft 2, Nr. 128?) beschrieben als "Diacon", um 1650" mit abweichender Maßangabe. Provenienz: durch Otto Horn erworben in Gotha (ohne Datum), 1945 Bestand Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 861/Ho 128 God the Father in trefoil, probably 19th ct. Oakwood high-relief-figure, probably fragment from a crucifix. Inventory mark of museum Albrechtsburg Meissen. H. 22,5 cm

564- 60

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400 €
564-   61

Los 58

Heilige Familie, Süddeutschland, 16. Jh. oder Renaissancestil Schnitzrelief, Buchsbaum. Hochrechteckige Tafel mit halbplastischer Darstellung einer sich symmetrisch verzweigenden Lilienpflanze mit den Figuren Josephs und Marias. In der Mitte oben vereinigen sich die zwei Seitentriebe in einer Blüte, darauf das Jesuskind in einer Strahlenaureole stehend. In der Mitte zwischen den Trieben eine in mehreren Ebenen in der Tiefe gestaffelte Landschaft mit Flusslauf mit zwei betenden Figuren, darüber Taube des Heiligen Geistes. Im Hintergrund Stadtsilhouette. Linke unt. Ecke Monogramm "AD". Rückseite in Tusche handschriftl. Bezeichnet, Sammlungsetikett und Sammlungsnr. 129 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" Tafel restauriert (1976-81, HfBK Dresden). 41 x 30 cm Provenienz: durch Otto Horn unbekannt erworben, 1945 Bestand Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 723/Ho 129 Holy family, South Germany, renaissance style Boxwood carved relief, depicting Joseph and Mary within a lily plant. In the background landscape with two figures and dove. Monogram "AD" in lower left corner. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. Restored 1976-1981.

564- 61

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3.000 €
564-   62

Los 59

Johann Prokoff, 1652-1718, Stuckrelief Abendmahl Gips, gefasst. Wandrelief mit bogenförmigem Abschluss. Reliefdarstellung: Jesus und die Apostel um runden Tisch gruppiert, Jesus stehend. Im Hintergrund geritzte Andeutung eines durchfensterten Raumes mit Rotunde. Rechte untere Ecke geritzte Signatur/Bezeichnung "J. Brokof 1710" (= Johann Brokoff, 1652-1718 Prag). Sammlungsnr. 130 H. Von Otto Horn als eine Arbeit des Prager Barockbildhauers "Joseph Prokoff" eingeschätzt (Journal Heft 2, Nr. 130, gemeint ist vermutlich Johann Brokoff). Von Winzeler in die Gruppe der von Kloster Marienstern erworbenen Arbeiten eingeordnet (unveröff. Manuskript für Otto-und-Emma-Horn-Stiftung, 2014). H. 28,5 cm Provenienz: durch Otto Horn erworben Zisterzienserinnenabtei Marienstern, ca. 1920/30, 1945 Bestand Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 767/Ho 130 Johann Prokoff, 1652-1718, Stucco relief depicting The last Supper Signature "J. Brokof 1710" in right lower corner. H. 28,5 cm

564- 62

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1.000 €
564-   63

Los 60

Weibliche Heilige, Süddeutschland/Schwaben, 18./19. Jh. Laubholz, geschnitzt, ohne Fassung. Halbfigur, Rückseite unausgearbeitet. Die Dargestellte ist durch Gesichtsfalten als greise Frau gekennzeichnet. Der Gesichtsausdruck ist kummervoll mit nach unten gerichtetem Blick. Otto Horn vermutete, es handele sich um eine Darstellung der Hl. Anna (Journal, Heft 2, Nr. 131). Beide Unterarme und Hände fehlen. Alter Riss gekittet. Sammlungsnr. 131 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 38 cm Provenienz: von Otto Horn in Augsburg erworben, wo "die Figur über einem Biedermeieroval (.) an einem Haus befestigt war", 1945 Bestand Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 706/Ho 131 Half length figure of a female Saint, Southern Germany/Swabia, 18th/19th ct. Wooden carved figure, reverse flattened. Both forearms and hands are missing. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 38 cm

564- 63

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1.200 €
564-   64

Los 61

Matthias Bernhard Braun, 1684-1738, oder Umkreis, Bozetto einer Kreuzabnahme, um 1715 Terrakotta. Figurengruppe mit sechs Figuren: zwei Männer halten den soeben vom Kreuz abgenommenen Christus in halber Höhe. Ebenerdig auf der Sockelplatte der Evangelist Johannes und, kniend, Maria Magdalena. Joseph von Arimathia beugt sich, auf einer Leiter stehend, in dynamischer Bewegung oben über den Kreuzesbalken. Sein wehender Umhang betont die Dramatik des Geschehens. Es ist denkbar, dass sich im Vordergrund noch eine oder mehrere weitere Figuren befanden. Größe und Material der Gruppe lassen vermuten, dass es sich um ein Bozetto (Modell) für eine größere Skulptur handelt. Von Marius Winzeler 1998 dem Oeuvre Matthias Bernhard Brauns oder seiner Werkstatt zugeschrieben. Der aus Sautens in Tirol stammende Bildhauer war um 1704-1709 bei Balthasar Permoser in Dresden tätig, bevor er sich 1710 in Prag niederließ. Er gilt als einer der bedeutendsten Barockbildhauer Böhmens. Unter anderem schuf er Skulpturen für das Zisterzienserkloster Plaß. Stilistische Parallelen sieht Winzeler in den 1720 von Braun geschaffenen Bozetti der Evangelisten Matthäus und Lukas (Prag, Nationalmuseum und Nationalgalerie). 1932 restauriert, 1945 beschädigt, 1978 aus mehreren Bruchstücken zusammengesetzt und restauriert (Staatliche Kunstsammlungen Dresden). H. 54 cm Provenienz: 1933 von Otto Horn in St. Marienstern erworben. Seit 1952 Bestand Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 855/Ho 132. Ausstellung: Zeit & Ewigkeit, Zisterzienserinnenabtei St. Marienstern 1998. Lit.: Katalog St. Marienstern 1998, Nr. 4.103, S. 317 f. Matthias Bernhard Braun, 1684-1738, or circle, Bozzetto of the Deposition of Christ, around 1715 Terracotta. Group consisting of 6 figures. Restored in 1932, 1945 damaged heavily, 1978 reconstructed from pieces. H. 54 cm

564- 64

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6.000 €
564-   65

Los 62

Heiliger Sebastian, Oberlausitz/Böhmen, Umkreis Kloster St. Marienstern, 16. Jh. Laubholz, vollplastisch geschnitzt, Farbfassung. Auf oktogonaler Sockelplatte auf Natursockel stehende männliche Aktfigur mit Lendentuch vor Baumstamm. Die Körperhaltung ist lässig entspannt und bildet eine leichte S-Kurve bzw. einen Kontrapost. Der rechte Arm ist über den Kopf erhoben. Der linke ist durch eine Astgabel hindurchgeführt und hängt nach unten. Während Otto Horn die Kleinplastik als "süddeutsch" einordnete, vermutet Winzeler eine lokale Werkstatt der Oberlausitz (unveröff. Manuskript für Otto-und-Emma-Horn-Stiftung 2014). Farbfassung abblätternd und großflächig fachmännisch durch Pflaster gesichert. Daumen der linken Hand fehlt. Baumstamm Anobienlöcher. Sammlungsnr. 133, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". H. 37 cm Provenienz: durch Otto Horn erworben in der Oberlausitz, 1945 Bestand Stadtmuseum Meissen, 1961 (?) Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 716/Ho 133 Saint Sebastian, upper Lusatia/Bohemia, region of cloister St. Marienstern, 16th ct. Wooden statuette, carved in the round, with polychromy. Paint peeling off, consolidated with paper stripes. Thumb of left hand missing. Insect holes at tree trunk. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 37 cm

564- 65

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2.200 €
564-   66

Los 63

Kreuzigungsgruppe, Süddeutschland/alpenländisch, um 1750 Laub- und Nadelholz, vollplastisch geschnitzt, Farbfassung. Auf Natursockel Kruzifix mit zwei Assistenzfiguren (Maria und Johannes). Figurrückseiten nur flüchtig ausgearbeitet. Blickrichtungen der Begleitfiguren voller Theatralik auf den Gekreuzigten ausgerichtet. Schnitzrocaillen am Kreuz gebrochen, geklebt, ebenso Strahlenkränze der Begleitfiguren. Rissbildung Marienfigur. Farbfassungen in jüngerer Zeit übermalt. Einzelne Finger der Figuren fehlen. Rückseitig Anobienlöcher. Sammlungsnr. 134 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. Johannes ca. 49,5 cm, H. Maria ca. 48,5 cm, H. Christus 56 cm. H. gesamt 143 cm Provenienz: durch Otto Horn unbekannt erworben, 1945 Bestand Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv. 849, 850/Ho 134-1, 2 Crucifixion group, Southern Germany/Alps, about 1750 Group of three wooden figures, carved in the round, with polychromy. Carved rocaille decoration and aureoles damaged, repaired. Polychromy renewed. Some fingers missing. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 143 cm

564- 66

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1.800 €
564-   67

Los 64

Johann Georg Greiff, 1693-1753 München, zugeschr. Tod des Heiligen Benediktus, um 1740 Laubholz, vollplastisch geschnitzt, Farbfassung. Freiplastische Figurengruppe von drei Figuren auf ovalem Sockel. Im Zentrum der Heilige und Urvater des Benediktinerordens. Er stirbt im Stehen und wird durch einen Engel und einen Mönch (Bernhard v. Clairvaux?) gestützt und am Zusammenbrechen gehindert. Als Attribute vor Benediktus auf dem Boden stehend die Mitra und ein Kelch. Die beiden Begleitfiguren konzentrieren sich ganz auf den Sterbenden. Sie umfassen seine Hände und den Kopf, ohne von seinem Gewicht belastet zu werden. Ihre Mimik ist wissend und lächelnd. Der Heilge ist durch die Blässe des Inkarnates als Sterbender gekennzeichnet. Seine Miene ist leidvoll, der Blick richtet sich gen Himmel. Die Gruppe wurde von Peter Hannig dem Münchener Barockbildhauer Johann Georg Greiff (1693 Hörmannsberg-1753 München) zugeschrieben, einem Zeitgenossen Andreas Faistenbergers und Ignaz Günthers. Als Vergleichsstücke verwies Hannig auf zwei von Greiff geschaffene Tabernakelengel vom Hochaltar der Heilig-Geist-Kirche in München (1728/30) sowie einen der vier Kirchenväter vom Hochaltar St. Peter in München (1733). Laut Peter Hannig schuf Greiff die Figurengruppe gegen 1740 für das Benediktinerkloster Wessobrunn in Bayern (Hannig 1985, S. 33). Offensichtlich war der Strahlenkranz mit der kleinen Figur der entweichenden Seele beim Kauf der Figur durch Otto Horn im Münchener Kunsthandel schon beigegeben (Journal, Heft 2, Nr. 136: "Tod des Heil. Benediktus mit der entschwindenden (?) Seele"). Da dieser sich jedoch in die Komposition nicht gut einfügt, ist davon auszugehen, dass es sich dabei um eine spätere Zutat bzw. falsche Zuordnung handelt. Engelsflügel rechts best., geklebt, Flügelmontierung mit modernen Schrauben. Farbfassung teilweise erneuert (Mönchsgewänder). Sammlungsnr. 136, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". H. 61,5 cm Provenienz: geschaffen für Kloster Wessobrunn/Oberbayern (nicht gesichert), Kunsthandel München, erworben durch Otto Horn, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 780/Ho 136 Lit.: Hannig 1985, Abb. Tafel 25/26. Johann Georg Greiff, 1693-1753, attributed to The death of Saint Benedict Group of three wooden figures, carved in the round, with polychromy. Aureole probably attached later. Wing of the angel damaged and repaired, paint partially renewed. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 61,5 cm

564- 67

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6.000 €
564-   68

Los 65

Paar Leuchterengel, süddeutsch, um 1680 Lindenholz, vollplastisch geschnitzt, Farbfassung. Jeweils auf Wolkensockel knieende männliche und weibliche Engelsfigur in achsialsymmetrisch gespiegelter Haltung. Das jeweils äußere Bein aufgestellt, beide Hände halten auf der äußeren Körperseite einen Leuchter mit Blattschaft. Die Köpfe sind einander zugewandt, die Gesichter zeigen einen fröhlich lächelnden Ausdruck. Hannig vermutet, die Leuchter dienten zum Beleuchten eines Altartisches. Rankenleuchter mehrfach gebrochen und geklebt, Flügel ebenso. Fingerspitzen teilweise ergänzt. Farbfassung großflächig verändert. Sammlungsnr. 146a, b Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. ca. 51 cm Provenienz: durch Otto Horn im Kunsthandel erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. Ho 137/138 Lit.: Hannig 1985, Tafeln 21, 22. A pair of angels holding candelabras, Southern Germany, about 1680 Wooden figures, carved in the round, with polychromy. Several (repaired) breakages at shaft and wings, fingertips supplemented in places. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 51 cm

564- 68

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1.800 €
564-   70

Los 66

Statuette Joachim und Maria, böhmisch, um 1700 Buchsbaum, vollplastisch geschnitzt, ohne Fassung. Auf gestuftem Achtecksockel Figur des Joachim als bärtiger Mann mit turbanartiger Kopfbedeckung, mit den Armen eine weit ausholende Bewegung vollziehend. Sein Oberkörper neigt sich nach seiner linken Seite, wo die kindliche Figur der Maria steht. Sie blickt zu ihm auf und hat die rechte Hand erhoben. Bisher von der Forschung als "süddeutsch o. böhmisch" eingeschätzt, hat Winzeler die Kleinplastik den in St. Marienstern und Umgebung erworbenen Sammlungsobjekten zugeordnet (unveröff. Manuskript für Otto-und-Emma-Horn-Stiftung 2014). Man kann also davon ausgehen, dass die Figur wenn auch nicht in einer oberlausitzer, so doch in einer böhmischen Holzschnitzerwerkstatt entstanden ist. Ikonographisch ist die Darstellung des Hl. Joachim mit seiner Tochter Maria als Zweiergruppe ausgesprochen selten. Häufiger ist die Darstellung als Familie mit Joachim, Maria und Anna oder aber mit dem Jesuskind. Es ist daher zu vermuten, dass die Statuette in einen figürlichen Zusammenhang gehörte. Linke Hand des Joachim angeklebt, Finger fehlen zum Teil. Sammlungsnr. 139, Brandstempel "Meissen" H. 13,5 cm Provenienz: durch Otto Horn in St. Marienstern oder Umgebung erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1960-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 736/Ho 139. Statuette of Joachim and Mary, bohemian, about 1700 Group of wooden figures (boxwood), carved in the round, without polychromy. Probably acquired in the surroundings of convent St. Marienstern. Left hand of Joachim glued, several fingers are missing. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 13,5 cm

564- 70

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2.400 €
564-   71

Los 67

Statuette Joseph mit dem Jesusknaben und einem Engel, böhmisch, um 1700 Buchsbaum, vollplastisch geschnitzt, ohne Fassung. Achtecksockel mit geschnitztem Akanthusblattdekor. Stehende Figur des Nährvaters Jesu als bärtiger Typ mit barock-wallendem Umhang. Er hält vor seinem Oberkörper das kleinkindhafte Jesuskind, das sich an ein Kreuz klammert, in einer darbringenden Geste. Vermutlich hielt der Heilige in der linken Hand einen weiteren Gegenstand, etwa die Lilie. An dem linken vorgestellten Bein (Spielbein) klettert eine kindliche Engelsfigur hinauf und berührt das Kreuz an seinem unteren Ende. Von Hannig 1985 als Arbeit eines Würzburger Meisters um 1750 eingeschätzt, brachte Winzeler die Kleinplastik 2014 in einen Zusammenhang mit den Erwerbungen in St. Marienstern bzw. der unmittelbaren Umgebung des Klosters in der Oberlausitz. Als Schnitzer ist daher ein böhmischer Meister anzunehmen. Der Datierung in den Spätbarock/Rokoko kann hier ebenfalls nicht zugestimmt werden. Gleichwohl in der Komposition von barocker Bewegtheit, hat die Plastik eine starke emotionale Aussagekraft, und spricht den Betrachter unmittelbar auf der Gefühlsebene an. Dynamische Gestaltung, Erhabenheit und Intimität sind in diesem kleinen Bildwerk auf meisterhafte Weise ausbalanciert. Es bleibt zu wünschen, dass sich die Forschung dieses kleinen Meisterwerks intensiv annimmt. Ganzflächig starke Schäden durch Anobienlöcher, Arme der Engelsfigur und Flügel fehlen. Sammlungsnr. 140 H. 15 cm Provenienz: durch Otto Horn erworben in Oberlausitz (St. Marienstern?), 1945 Stadtmuseum Meissen, 1960-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 737/Ho 140 Lit.: Hannig 1985, Tafel 26, 27. Statuette of Saint Joseph with Christ Child and angel, bohemian, about 1700 Boxwood figure, carved in the round, without polychromy. Probably acquired in the surroundings of convent St. Marienstern. Insect holes allover, arms and wings of the angel are missing. H. 15 cm

564- 71

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1.800 €
564-   72

Los 68

Reliefbild Jahrmarktsszene, deutsch, um 1780/90 Laubholz, halbplastisch in mehreren räumlichen Ebenen geschnitzt, Farbfassung. Rechteckige Tafel mit vielfiguriger Darstellung: ein Jahrmarktskünstler im Rokokokostüm führt zwei dressierte Hunde in Menschenkleidern vor, darum gruppiert stehende und sitzende Frauen in teils einfacher, teils aufwendiger Kleidung, die dem Treiben zusehen. Im Hintergrund ein Marktstand mit Verkaufsgeschehen vor Häuserkulissen. Teils kleinere Abbruchstellen, Farbfassung partiell abblätternd/früher gefestigt und übergangen. Sammlungsetikett mit Sammlungsnr. 141 H, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". 33 x 51,5 cm Provenienz: durch Otto Horn unbekannt erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 725/Ho 141, ebenda in der ständigen Ausstellung gezeigt Relief panel, depicting a funfair, german, about 1780/90 Wooden panel with high-relief-figures, with polychromy. Small losses in places, peeling off paint partially consolidated or renewed. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. 33 x 51,5 cm

564- 72

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2.200 €
564-   73

Los 69

Figurengruppe Heiliger Martin mit Bettler, Österreich oder Tirol, 17. Jh. Laubholz, vollplastisch geschnitzt, Farbfassung. 2 (bzw. 3) Einzelfiguren: Martin zu Pferd, knieender Bettler. Die vom Betrachter abgewandte Seite von Pferd und Reiter deutlich weniger detailgenau ausgearbeitet und mit ungeglätteten Bearbeitungsspuren. Ebenso rechte untere Körperseite der Bettlerfigur. Vermutlich ist die Gruppe für die Aufstellung in einer Nische oder Ecke konzipiert worden. Dargestellt ist die Szene der Mantelteilung: Martin trifft zu Pferd vor den Toren Amiens einen frierenden Bettler, dem er die Hälfte seines Reitermantels mit dem Schwert abtrennt. Restauriert, Farbfassung gefestigt und großflächig retuschiert/nachgefasst. Rissbildung am Oberkörper der Heiligenfigur gekittet. Finger an der flehend erhobenen rechten Hand des Bettlers fehlen. Ohren vom Pferd und Schwertklinge wohl nachgeschnitzt. Pferd auf Sockelplatte montiert. H. (Martin mit Pferd) ca. 118 cm, H. Bettler ca. 80 cm Provenienz: durch Otto Horn unbekannt erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 840/Ho 142 Equestrian statue of Saint Martin and beggar, Austrian or Tyrol, 17th ct. Wooden figures, carved in the round, with polychromy. Ears of the horse and sword blade possibly supplemented. Mounted in modern pedestal. H. (Martin and horse) 118 cm

564- 73

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5.000 €
564-   74

Los 70

Arme Seelen im Fegefeuer, Oberlausitz/Böhmen (?), um 1700 Relief, Laubholz, halbplastisch geschnitzt, gebeizt. Aus gesteinsartig gebildeter Sockelzone hervorzüngelnde Flammen des Fegefeuers, dazwischen 6 menschliche Figuren (Köpfe bzw. Oberkörper) mit expressiver qualvoller Mimik. Vermutlich von einer Predella zu einem Altar. Von Otto Horn als "süddeutsch" eingeschätzt. Neueren Erkenntnissen zufolge aus Jauer bei Panschwitz-Kuckau (Winzeler 2014), demnach oberlausitzer oder böhmischen Ursprungs. Anobienlöcher und -fraßgänge. Am oberen Abschluss kleinere Ausbruchstellen. Sammlungsnr. 143 H, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". H. 22,5 cm, B. 91 cm Provenienz: ungesichert: aus Jauer bei Panschwitz-Kuckau (Oberlausitz, Umgebung Kloster St. Marienstern), Sammlung Horn, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 777/Ho 143. Predella relief, upper Lusatia/Bohemia, about 1700 Wood, carved in the round, depiction of pour souls in the purgatory. Without polychromy, stained. Insect holes, minor losses at upper rim. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. L. 91 cm

564- 74

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2.000 €
564-   75

Los 71

Franz Ignaz Günther, 1725-1775, Werkstatt Schwebender Engel, um 1750 Laubholz (Linde), vollrund geschnitzt, Rückseite gehöhlt, gefasst. Figur in aufrechter Haltung. Der Unterleib wird von einem Lendentuch bedeckt. Der Oberkörper und die angewinkelten Arme vollziehen eine leichte Drehung nach links (figurseitig), während der Kopf nach rechts gewendet ist. Das Gesicht mit dem geöffneten Mund zeigt einen heiter-aufmerksamen Ausdruck. Das Haar umspielt in üppigen Locken den Kopf. Vermutlich führt der Engel einen zeigenden bzw. weisenden Gestus aus. Er könnte zum figürlichen Beiwerk eines barocken Hochaltars gehört haben. Es sind keine Befestigungslöcher für Flügel erkennbar. In Typus und Körperdurchbildung steht der Engel dem Werk Ignaz Günthers sehr nahe. Zum direkten Vergleich würde ich die schwebenden Engel der Knöbelschen Hauskapelle in München, heute Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, heranziehen (abgebildet: Schoenberger, Arno: I.G. München 1954, Tafel 106, 107). Linker Arm der Figur wohl ausgebrochen, sichtbar angesetzt. Ebenso rechte Hand und rechter Unterschenkel. Tuchzipfel rechts geklebt. In der Rückenhöhlung Eisenwinkel angeschraubt. Zwei Finger der rechten Hand und sämtliche der linken Hand fehlen. Sammlungsetikett mit Sammlungsnr. 144a, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 77 cm Provenienz: von Otto Horn als Paar Engel erworben, nach Angaben der Vorbesitzer aus der "fürstenbergischen Kapelle" oder der Kirche von Beraun/Beroun (Böhmen). Daher vom Sammler als "böhmisch" lokalisiert. 1 Engel 1945 verloren. 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 794/Ho 144, ebenda in der ständigen Ausstellung gezeigt Lit.: Hannig, Peter: Auf den Spuren Ignaz Günthers. In: Dresdener Kunstblätter, 2. 1979, S. 56 ff. Franz Ignaz Günther, 1725-1775, Figure of an angel, about 1750 Wooden figure, carved in the round, with polychromy. Left arm, right hand and lower leg visibly added, tail of garnment broken and repaired. Several fingers are missing. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen.

564- 75

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45.000 €
564-   76

Los 72

Peter Dell d. Ä., 1490-1552, Die Schöne Maria von Regensburg, um 1520 Flachrelief, Lindenholz, geschnitzt, Farbfassung aus der Zeit des Barock. Rahmende Architektur in Form eines von korinthischen Pfeilern getragenen Rundbogens. In den Bogenzwickeln Darstellung der Verkündigung an Maria: Erzengel (links) und Jungfrau Maria (rechts), mit Spruchbändern. Auf einer Strahlenbahn fliegt der Knabe mit dem Kreuz Maria zu und sie streckt ihm die Hände entgegen. Unter dem Bogen Maria mit dem Jesuskind, auf einer von einer Schlange umwundenen Weltkugel stehend. Die Darstellung ist als ein frühes Beispiel der Immaculata Conceptio anzusehen und verweist auf ihre von der Erbsünde freie Empfängnis. Mutter und Kind werden in einer innigen, liebkosenden Geste dargestellt, wobei ihre Gesichter sehr nahe zusammengeführt werden. Die Gottesmutter trägt ein reich drappiertes, von parallelen, dicht beieinanderliegenden Faltenwürfen charakterisiertes Gewand und eine Pänula (Schulterumhang mit Kapuze). Auf dem Kopf eine Bügelkrone. Perspektivisch aufgefasste Radnimben hinter den Köpfen beider Figuren tragen Reste von Vergoldung. Die Madonna wird begleitet von Putten mit Schrifttafeln, auf denen Prophetien aus den alttestamentlichen Büchern Genesis und Jesaja mit Bezug auf Maria und ihre Gottesmutterschaft zu lesen sind. Der Hintergrund wird durch eine Mauerarchitektur zweigeteilt, über der eine Landschaft angedeutet ist. Das Relief ist die plastische Nachbildung eines nicht erhaltenen Tafelbildes von Albrecht Altdorfer aus einer Marienkapelle in Regensburg, einem bedeutenden Wallfahrtsort des Spätmittelalters. Es wird vermutet, dass Peter Dell einen Druck nach dem Altdorfer'schen Gemälde als Vorlage für das Schnitzrelief verwendete. Er muss es als Auftragsarbeit eines theologisch gebildeten Auftraggebers ausgeführt haben, da es reich an marianischer Symbolik und Bibelzitaten ist. F. Kammel vermutete einen Geistlichen, "der das hochgeschätzte Gnadenbild (i.e. Altdorfer-Gemälde) auch in seiner ganz privaten Umgebung verehren wollte" (Kammel 2000, S: 237). Peter Dell d.Ä. absolvierte seine Ausbildung zum Bildschnitzer im Atelier Tilmann Riemenschneiders. Anschließend war er Geselle in der Werkstatt Hans Leinbergers in Landshut, wo er unter anderem an der Ausführung des Johannisaltars in Moosburg beteiligt war. Um 1520 wirkte er in Wien und nahm Einflüsse der Donauschule auf. Seine Wanderschaft führte ihn auch nach Sachsen. Drei im Grünen Gewölbe zu Dresden aufbewahrte Reliefs belegen, dass er am Hof Herzog Heinrichs des Frommen in Stellung gekommen ist (Kalvarienbergrelief, 1528, Christus in der Vorhölle, 1529, Auferstehung Christi, 1529). In der zweiten Lebenshälfte kehrte er in seine Geburtsstadt Würzburg zurück, wo er Riemenschneider als führenden Bildhauer Würzburgs um die Mitte des 16. Jh. ablöste. Dells besondere kunsthistorische Bedeutung liegt darin, dass er sich am entschiedensten vom spätgotischen Formenvokabular seines Lehrers Riemenschneider abwandte. Er wurde damit einer der wichtigsten Künstler der deutschen Frührenaissance. Dabei reicht sein Spektrum von der Kleinplastik bis zur monumentalen Steinskulptur. Vorliegendes Schnitzrelief legt davon eindrucksvoll Zeugnis ab. 40,5 x 28,5 cm. Restauriert Germanisches Nationalmuseum Nürnberg 2000. Provenienz: abweichende Angaben: durch Otto Horn erworben 1939 Kunsthandel Leipzig ( Hannig 1985) bzw. Aus Privatbesitz Österreich (Lichte 2004), 1945 Stadtmuseum Meissen, Inv.-Nr. Ho 145, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 917/Ho 145, Ausstellung: Linz 1965 (Die Kunst der Donauschule), Kat. 676; Dresden 1971 (Deutsche Kunst der Dürerzeit), Kat. 24, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg 2000 (Spiegel der Seligkeit), Kat. 61, Mainfränkisches Museum Würzburg 2004, Kat. 168, Kunsthistorisches Museum Wien/Städel Museum Frankfurt 2014 (Fantastische Welten), Kat. 125 Literatur: Lill, G.: Aus der Frühzeit des Würzburger Bildhauers Peter Dell des Älteren, in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 3, Bd. 74, 1951, S. 139 ff; Katalog Würzburg 2004, S. 209 ff; Katalog Nürnberg 2000, S. 236 f.; Hannig 1985, S. 29 ff. Peter Dell d. Ä., 1490-1552, Relief panel depicting madonna of Ratisbon, about 1520 Wooden carved relief, with polychromy. Important artwork of the early renaissance in Germany, lately exhibited in Kunsthistorisches Museum Wien and Städel Frankfurt. restored in 2000 in Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. 40,5 x 28,5 cm

564- 76

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30.000 €
564-   77

Los 73

Putto, wohl Süddeutschland, 1. H. 18. Jh. Lindenholz, vollplastisch geschnitzt, Farbfassung. Kindliche Engelsfigur mit Tuchdrapperie, auf dem linken Unterschenkel knieend. Das rechte Bein ausgestreckt. Die Hände im Gebet gefaltet. Vermutlich zur Figurenausstattung eines Hochaltars oder ähnlichem bestimmt. Rechter Fuß beschädigt, in alter Restaurierung genagelt und Keile eingesetzt. Linker Unterschenkel gebrochen und geklebt. Die oberste von mehreren Farbfassungen weitgehend abgeblättert. Sammlungsnr. 147, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" zweifach. H. 50 cm Provenienz: durch Otto Horn unbekannt erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 788/Ho 147 Putto, probably Southern Germany, 1st half of 18th ct. Wooden figure, carved in the round, with polychromy. Right foot damaged, nailed and wedges attached. Breakage at lower left leg. Several layers of paint, partially peeling off. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 50 cm

564- 77

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1.800 €
564-   78

Los 74

Johannes der Täufer, schwäbisch, vermutl. 19. Jh. im Stil um 1490 Laubholz, plastisch geschnitzt, Reste von Farbfassung. Rückseite glatt. Figur zu einem Schnitzretabel. Der Heilige in Seitenansicht in knieender Haltung auf schräggestelltem Sechsecksockel dargestellt. Achteckiger Standsockel nachträglich angesetzt. Die Bearbeitung des Fellgewandes und des Haars in gleicher Weise (mit dem Hohleisen) sowie die glatt gehobelte Rückseite mit eingearbeiteten "Rissen" lassen vermuten, dass es sich nicht um eine Plastik des 15. Jh. handelt. Nase und Bart angesetzt, linke Hand geklebt. Sammlungsnr. 148 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 61 cm Provenienz: durch Otto Horn unbekannt erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, Inv.-Nr. Ho 148, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 917/Ho 145 Saint John the baptist, about 1490 or 19th ct. Wooden carved figure, reverse flattened. Remains of polychromy. Pedestal supplemented 19th ct. Nosetip and beard supplemented, left hand repaired. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 61 cm

564- 78

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2.000 €
564-   79

Los 75

Figur eines Heiligen (Johannes der Täufer), 15. Jh. Laubholz, geschnitzt, Rückseite gehöhlt, Farbfassung. Wohl Schreinfigur zu einem Schnitzretabel. Stehender Heiliger in steifer Haltung, im Fellgewand, die linke Körperhälfte mit einem Mantelumhang bedeckt. Der rechte Arm angewinkelt, die linke Hand, vom Umhang verdeckt, hält ein Buch. Der Blick richtet sich starr geradeaus. Auffallend ist das Gestaltungmittel, mittels ritzen feiner Linien in die Farbfassung eine Binnenstruktur in Haaren, Bart und Gewand zu erzeugen. Rückseite Anobienlöcher, rechte Schulter-Arm-Partie angesetzt. Alte Sammlungsbezeichnung "Z.Bi" Sammlungsnr. (Horn) 149 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 100 cm Provenienz: durch Otto Horn unbekannt erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 821/Ho 149 Figure of a male Saint, 15th ct. Wooden carved figure, reverse hollowed out. With polychromy. Probably from a wooden altar piece. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 100 cm

564- 79

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800 €
564-   80

Los 76

Thronende Madonna, Spanien, Mitte 15. Jh. Holz, Farbfassung über starker Kittschicht. Gehöhlte Rückseite durch Brett verschlossen. Darstellung der Muttergottes als Himmelskönigin, auf Thronhocker in statuarischer Haltung sitzend. Auf ihrem Schoß vor der linken Körperhälfte sitzt das Jesuskind mit der Krone, die rechte Hand segnend erhoben, die linke hält den Globus. Maria hielt in der rechten Hand ein Zepter, welches nur noch als Fragment vorhanden ist. Mutter und Kind nehmen keine Beziehung zueinander auf, vielmehr sind sie starr auf den Betrachter ausgerichtet. Der Darstellungstypus entspricht der "thronenden Hodegetria". Die Altersbestimmung einer Holzprobe durch das CEZ Archäometrie in Mannheim ergab einen Wert on 448 (C14-Alter). Das Alter des Holzes lässt sich demzufolge auf den Zeitraum 1425-1458 eingrenzen. Das Gutachten vom Juli 2015 liegt im Original vor. Der vermutlich stark geschädigte Holzkorpus wurde stark überkittet und partiell nachmodelliert. Anschließend bemalt. Unter der partiell abblätternden Farbschicht ist terrakottafarbenes und hellblaues Farbpigment sichtbar. Sockelplatte stark anobiengeschädigt. Auf der Rückseite Sammlungsetikett und Sammlungsnr. 203 H H. 84 cm Provenienz: durch Otto Horn in Barcelona erworben (Kunsthandel?), 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 816/Ho 163, Ausstellung. Madonna enthroned, Spain, mid 15th ct. Wooden carved figure with polychromy. Reverse hollowed out and sealed with panel. Wooden core heavily damaged by insects, covered by thick layers of mastic and paint. Lots of insect holes at pedestal. Inventory marks of collection Horn. H. 84 cm

564- 80

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16.000 €
564-   81

Los 77

Figurengruppe Singende Mönche, Spanien, 2. H. 17. Jh. Laubholz, geschnitzt, Farbfassung und Vergoldung mit schwarzen Ornamenten. Vorderansichtige Gruppe von zwei Figuren in vollplastischer Ausführung. Zwei stehende männliche Figuren in Mönchskutten, der jüngere (rechts) im Gewand eines Ministranten hält eine Notenrolle, der ältere Abt steht links und gibt mit der Hand den Takt vor. Mit der linken Hand stützt er sich auf seinen Klosterbruder. Die Gruppe strahlt insgesamt eine unaufgeregte, heitere Frömmigkeit aus. Sammlungsetikett mit Nr. 204 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 51 cm Provenienz: durch Otto Horn in Barcelona erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, Inv.-Nr. Ho 164, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 779/Ho 164 Group of two singing monks, Spain, 2nd half of 17th ct. Wooden figures, carved in the round, with polychromy and gilding. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 51 cm

564- 81

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2.600 €
564-   82

Los 78

Relief Martyrium des Hl. Sebastian, wohl Böhmen, um 1600 Stucco duro, farbig gefasst. Reliefplatte mit halbrundem Abschluss. Reliefierte Darstellung: am rechten Rand im Vordergrund der Heilige, an Armen und Beinen an einen Baum gefesselt, mit Pfeilen im Körper. In der rechten unteren Ecke liegt sein Mantel. Links die Gruppe der Bogenschützen und Schaulustigen. Im Bildmittelgrund in der Mitte zwei Reiter, die das Geschehen beobachten. Im Hintergrund ist eine Stadtsilhouette vor einer Gebirgskette zu sehen. Von oben in Richtung des Heiligen herabfliegender kindlicher Engel mit Palmwedel und einem Lorbeerkranz. Wie M. Winzeler 2014 feststellte, lehnt sich die Darstellung eng an ein Gemälde des Kammermalers Rudolfs II in Prag, Hans von Aachen (1552 Köln-1615 Prag), an. Das Relief folgt von Aachens Gemälde in wesentlichen Punkten wie der Bildidee und dem Bildaufbau. In Details wurde die Darstellung aber durchaus eigenständig verändert, wie etwa die Armhaltung des Sebastian. Auch ist die Anzahl der Figuren verändert. Oberflächenschmutz. Alter Rahmen. Verso Sammlungsetikett und Sammlungsnr. 206 H, Etiketten vom Vorbesitzer mit Zuschreibungen. Auf dem Rahmen Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen". 29 x 20 cm Provenienz: durch Otto Horn unbekannt erworben (vielleicht Oberlausitz?), 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 766/Ho 166, ebenda in der ständigen Ausstellung gezeigt Relief plate depicting martyr of Saint Sebastian, probably bohemian, about 1600 Stucco duro, with polychromy. After a painting by Hans from Aachen. Old semicircular frame. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. 29 x 20 cm

564- 82

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2.800 €
564-   83

Los 79

Schnitzrelief Christuskopf, italienischer oder von Italien beeinflusster Künstler, wohl 2. H. 17. Jh. Laubholz (Buchsbaum?), halbplastisch geschnitzt, gebeizt. Ovale Platte mit expressiver Darstellung des dornengekrönten Hauptes Christi, umgeben von einer Strahlengloriole. In Untersicht wiedergegebenes Brustbild mit geöffnetem Mund, stark zusammengezogenen Brauen und nach oben verdrehten Augen, aus denen Tränen fließen. Das Haar umspielt lockig den Kopf. Eine ähnlich drastische Wiedergabe des Leidens Christi am Kreuz finden wir bei einem Kruzifix von Francois Duquesnoy (1597-1643), ausgeführt in Buchsbaum, in der Skulpturengalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. Insbesondere die Mundpartie mit der sichtbaren oberen Zahnreihe und der Bartgestaltung sowie die Augenpartie sind sehr ähnlich. Man kann davon ausgehen, dass sich vorliegendes Relief unmittelbar auf die Statuette von Duquesnoy bezieht. Sammlungsnr. 207 H Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" D. 27 cm Provenienz: durch Otto Horn unbekannt erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg, Inv.-Nr. 724/Ho 167 Oval relief depicting head of Christ, probably 2nd half of 17th ct. Wooden carved relief panel, stained. Presumably after a crucifix by Francois Duquesnoy (Staatliche Museen zu Berlin, sculpture galerie). Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. D. 27 cm

564- 83

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300 €
564-   84

Los 80

Schnitzrelief Heiliger Jakobus, Böhmen (?), 17. Jh./um 1700 Laubholz, halbplastisch geschnitzt, ohne Farbfassung. Brettchen mit Darstellung des Heiligen in untersichtiger Ganzfigur. Auf angedeutetem Sockel in elegantem Kontrapost stehend, die rechte Hand stemmt ein Buch gegen die Hüfte, die linke umgreift locker den langen Pilgerstab. Proportionen und Gewandbehandlung sind sehr souverän beherrscht, sehr harmonisch ausponderiert und verraten die Hand eines sehr gut ausgebildeten, bedeutenden Schnitzers. Ohne Horn'sche Sammlungsnr. Etikett Albrechtsburg Meissen, unbek. Sammlungs- oder Inventarnr. "3777". 16 x 8 cm Provenienz: Sammlung Horn, ohne Eintrag im Horn'schen Journal, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 860/Ho 168 Relief panel, depicting Saint Jakob, Bohemia (?), about 1700 Wooden carved relief without polychromy. Inventory label of Albrechtsburg Meissen. 16 x 8 cm

564- 84

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200 €
564-   85

Los 81

Der gute Hirte, um 1850 Laubholz, vollplastisch geschnitzt, ohne Fassung. Massiver Sockel in Form des nur grob bearbeiteten Stammes, stehende Jesusfigur inmitten einer Herde von Lämmern. Auf dem Kopf trägt er die Dornenkrone. In seinen Mantel gehüllt, trägt der Gottessohn mit beiden Händen ein Lamm. Sammlungsnr. 185/216, Brandstempel "Eigentum des Stadtmuseums Meissen" H. 36,5 cm Provenienz: Sammlung Horn (ohne Eintrag in Horn'schen Journal), 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 741/Ho 185 Figure of the Good Shepherd, about 1850 Wooden figure, carved in the round, without polychromy. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. H. 36,5 cm

564- 85

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300 €
564-   86

Los 82

Heiligenschrein, Süddeutschland, um 1750 Laubholz (Linde), geschnitzt, an drei Seiten verglast, weiß-gold gefasst. Geschweifter Korpus auf vier Volutenfüßchen. Gehäuse mit Sprenggiebel und Bekrönungsrocaille, Leisten reich mit Rocaillen- und Muschelornamenten beschnitzt. Innenausstattung mit floral bemalter Tapete. Front zwei Eckverbindungen gerissen mit Spalt. Kleinere Ausbruchstellen an den Bekrönungsrocaillen der Seiten. Sammlungsnr. 224a, Etikett Albrechtsburg Meissen 82 x 44 x 28 cm Provenienz: durch unbekannt Otto Horn erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv. 869/Ho 219 Shrine for a statuette, Southern Germany, about 1750 Wooden carved body, painted white-gold, rich rocaille decoration with minor losses. Cracks at corner spandrels. 82 x 44 x 28 cm

564- 86

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300 €
564-   87

Los 83

Heiligenschrein, Süddeutschland, 2. H. 17. Jh. Laubholz, geschnitzt, Reste von Goldfassung. Auf vier Quetschkugelfüßchen stehender, ehemals dreiseitig verglaster trapezförmiger Korpus. Dreipassförmiger Giebel, geschnitzte Bekrönungskartusche mit Monogramm "MAR" (Maria). Korpus allseitig reich mit Voluten und Akanthusblattwerk beschnitzt. Frontale Glasscheibe fehlt, partiell kleinere Ausbruch- und Klebestellen. Sonst weitgehend Originalzustand. Rückwand Anobienlöcher. Sammlungsnr. 224d, Etikett Albrechtsburg 56 x 32 x 15,5 cm Provenienz: durch Otto Horn erworben, 1945 Stadtmuseum Meissen, 1961-1991 Albrechtsburg Meissen, Inv.-Nr. 866/Ho 222 Shrine for a statuette, Southern Germany, 2nd half of 17th ct. Wooden carved body, remains of gilding. Front glazing missing. Minor losses carved decoration elements. Insect holes at reverse. Inventory marks of collection Horn and town museum Meissen. 56 x 32 x 15,5 cm

564- 87

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250 €